Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.

Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte Kinder- und Jugendarztpraxis. Sie finden diese in der Rubrik links "Praxisverzeichnis".

Für Rückfragen zum Ärztenetz e. V. kontaktieren Sie bitte unsere Netzsekretärin unter der Mail-Adresse: reuter.paednetz@noSpam.web.de

Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V.  und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.

Wichtige Hinweise:

Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
Fehlende oder verspätete Impfungen oder Vorsorgen gefährden Ihr Kind!


AKTUELLE iNFORMATIONEN ÜBER Infekte und Infektionskrankheiten -- Vorgehen bei Infektionsverdacht

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  • Neue Empfehlungen zur medikamentösen Therapie bei Kindern und Jugendlichen mit starkem Übergewicht

    Die medizinische Leitlinie zur „Therapie und Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter“ unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) sowie unter Mitwirkung von 21 Fachgesellschaften und 2 Selbsthilfegruppen wurde in ihren Aussagen zur medikamentösen Therapie vorzeitig aktualisiert. Hintergrund ist eine substanzielle Veränderung der wissenschaftlichen Evidenzlage.

    „Seit der letzten Leitlinienversion im Jahr 2019 hat sich die Evidenz zur medikamentösen Therapie der Adipositas im Kindes- und Jugendalter grundlegend weiterentwickelt“, erklärt Leitlinienkoordinator Prof. Dr. med. Martin Wabitsch. „Mehrere randomisierte kontrollierte Studien zeigen klinisch relevante Effekte einer Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten auf Körpergewicht und kardiometabolische Risikofaktoren bei Kindern und Jugendlichen mit Adipositas. Gleichzeitig liegen Zulassungen für das Jugendalter vor. Vor diesem Hintergrund war ein Abwarten bis Anfang 2027 fachlich nicht vertretbar.“

    Ohne eine zeitnahe Aktualisierung bestünde das Risiko, dass therapeutische Entscheidungen nicht mehr dem aktuellen Stand der Evidenz entsprechen.

    Klare Differenzierung im Empfehlungsgrad

    Die Leitliniengruppe hat zwei neue Empfehlungen zur medikamentösen Therapie verabschiedet: Bei Adipositas kann eine medikamentöse Therapie ab dem zugelassenen Mindestalter als Ergänzung einer leitliniengerechten Lebensstilintervention in Betracht gezogen werden. Bei Kindern und Jugendlichen mit extremer Adipositas (> 99,5. Perzentil) und anhaltender Gewichtszunahme sollte die medikamentöse Therapie in spezialisierten Zentren unter klar definierten Kriterien erwogen werden.

    Während die medikamentöse Therapie bei Adipositas im Kindes- und Jugendalter grundsätzlich eine individuell zu prüfende Option darstellt, rechtfertigt das deutlich erhöhte Krankheits- und Progressionsrisiko bei extremer Adipositas eine stärker gewichtete Empfehlung.

    „Kinder und Jugendliche mit extremer Adipositas tragen ein erheblich erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, arterielle Hypertonie, Dyslipidämie und kardiovaskuläre Folgeerkrankungen“, so Prof. Wabitsch. „Eine medikamentöse Therapie stellt hier eine relevante Alternative zur bariatrisch-chirurgischen Therapie dar.“

    Versorgungspolitische Dimension

    Trotz der vorliegenden Evidenz wird die Kostenübernahme derzeit häufig unter Verweis auf § 34 Abs. 1 Satz 7 SGB V („Lifestyle-Paragraf“) abgelehnt. „Die aktuelle Evidenzlage zeigt deutlich, dass es sich nicht um eine Lifestyle-Intervention handelt, sondern um die Behandlung einer chronischen Erkrankung“, betont Dr. biol. hum. Stephanie Brandt-Heunemann, Leiterin der Methodengruppe. „Liegen eine hohe Evidenzqualität und eine entsprechende Zulassung vor, darf sich die Versorgungspraxis dem nicht entziehen.“

    Teilaktualisierung als verantwortliche Reaktion

    Adipositas im Kindes- und Jugendalter ist eine chronische Erkrankung mit hohem Risiko für Folgeerkrankungen bis ins Erwachsenenalter. Bei veränderter Evidenzlage besteht eine fachliche Verantwortung zum Handeln, der mit dieser vorgezogenen Teilaktualisierung Rechnung getragen wurde.

    Die reguläre Gesamtüberarbeitung der Leitlinie ist weiterhin für Januar 2027 vorgesehen.

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    Dr. Sybille Lunau Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
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    Quelle: idw-online.de, Leitinie AWMF, DGKJ, DAG     
     

     

  • Ozonbelastung mindert positive Wirkung von Sport auf Kinderlungen

    Die auf der ATS präsentierten Ergebnisse legen nahe, dass die gesundheitlichen Vorteile von Sport durch ungünstige Umweltbedingungen gemindert werden können.
    Die vorliegende Studie gehört zu den ersten Untersuchungen, die analysieren, wie das Zusammenspiel von intensiver körperlicher Aktivität und langfristiger Ozonexposition die Lungenentwicklung bei Kindern beeinflusst. Den Studienautoren zufolge deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Kinder in stärker belasteten Gebieten – sofern keine Maßnahmen gegen diese Umweltfaktoren ergriffen werden – möglicherweise nicht in gleichem Maße von den entwicklungsfördernden gesundheitlichen Vorteilen körperlicher Aktivität profitieren können wie ihre Altersgenossen in saubereren Umgebungen.

    „Die zentrale Botschaft lautet: Körperliche Aktivität und Umweltgesundheit sind eng miteinander verknüpft“, erklärte der Erstautor Dr. James Scales, Senior Research Fellow an der Queen Mary University of London. „Kinder zu körperlicher Aktivität zu ermutigen, ist unerlässlich; ebenso wichtig ist es jedoch sicherzustellen, dass sie in einer sauberen und gesunden Umwelt aufwachsen.“
    Die Förderung der Lungenentwicklung bei Kindern ist von großer Bedeutung, da die Lungenfunktion im Kindesalter die Atemwegsgesundheit im späteren Leben beeinflusst.
    Für die Studie analysierten die Forschenden Daten von mehr als 3.400 Kindern im Alter zwischen 6 und 9 Jahren, die über einen Zeitraum von vier Jahren im Rahmen der „Children’s Health in London and Luton“ (CHILL)-Studie erhoben worden waren. Sie setzten die Daten zum Aktivitätsniveau und zum Lungenwachstum der Kinder in Beziehung zur Luftschadstoffbelastung an deren Wohnorten – differenziert nach verschiedenen Arten von Luftverschmutzung.

    Einschränkung der positiven Trainingseffekte sogar stärker als durch Feinstaubbelastung

    Ein zentrales Ergebnis war: Während sich bei intensiver körperlicher Aktivität ein eindeutiger Zusammenhang mit der Lungenfunktion zeigte, war dies bei moderater Aktivität nicht der Fall. Dies legt nahe, dass die Intensität der körperlichen Betätigung für die Atemwegsgesundheit von Kindern eine entscheidende Rolle spielt. Zudem stellten die Forscher fest, dass Ozon – ein reaktives Gas, das die Atemwege reizen kann – eine größere Bedeutung für die Einschränkung der positiven Trainingseffekte hatte als die Belastung durch Feinstaubpartikel.

    „Dies deckt sich mit unserem bisherigen Wissensstand über die biologischen Wirkungen von Ozon während körperlicher Belastung: Wenn die Atemfrequenz steigt, gelangt vermehrt Ozon in die Lunge, wo es eine reizende Wirkung auf die Atemwege entfaltet“, erläuterte Dr. Scales.

    Umweltbedingungen bei der Erstellung von Leitlinien für körperliche Aktivität künftig stärker berücksichtigt werden sollten, so die Hoffnung der Wissenschaftler*innen. Als nächsten Schritt planen sie weiterführende Studien, um zu untersuchen, ob es spezifische Schwellenwerte für die Ozonexposition gibt, ab denen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko ausgelöst wird. Sie hoffen zudem, die kurzfristigen Auswirkungen der Ozonbelastung auf die Atemwegsgesundheit von Kindern zu untersuchen.

    Quellen: newswise.com, American Thoracic S0ociety (ATS), American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine

  • Willkommensbesuche helfen Familien von Anfang an

    Eltern erleben das Angebot der Frühen Hilfen als wertschätzend, informativ und hilfreich. Das zeigen aktuelle Befragungen des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH).

    Willkommensbesuche bei Familien mit Neugeborenen kommen gut an: Mehr als 90% der befragten Eltern, die einen Willkommensbesuch ihrer Kommune in Anspruch genommen haben, waren sehr zufrieden oder zufrieden damit. Das ergab eine aktuelle Befragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH).

    Die Besuche unterstützen Eltern kurz nach der Geburt ihres Kindes. Sie erhalten Informationen über Angebote vor Ort, erfahren, an wen sie sich mit Fragen wenden können, und fühlen sich willkommen. 84,3% der befragten Eltern sagen, dass sie durch den Besuch einen guten Überblick über lokale Angebote und Anlaufstellen bekommen haben. 70,6% hatten dadurch das Gefühl, dass Familien und Kinder in ihrer Kommune willkommen sind.

    Willkommensbesuche sind ein freiwilliges Angebot der Kommunen für Eltern mit neugeborenen Kindern. Eine Auswertung der NZFH-Kommunalbefragungen ergab, dass in rund 60 Prozent aller befragten 564 Kommunen Willkommensbesuche als Angebot der Frühen Hilfen umgesetzt werden. Die Eltern erhalten bei dem Besuch meist ein Willkommenspaket mit Informationsmaterialien zu kommunalen Angeboten für Familien und einem kleinen Geschenk. Vor allem aber geht es um das persönliche Gespräch: Die Eltern können Fragen stellen, erhalten Hinweise auf passende Angebote und werden bei Bedarf an weitere Hilfen vermittelt.

    Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: „Durch Willkommensbesuche erhalten Familien einen besonders frühen und niedrigschwelligen Zugang zu weiteren Angeboten der Frühen Hilfen. Die Besuchenden informieren über Unterstützung vor Ort und vermitteln bei Bedarf dorthin. Die Erkenntnisse aus den Erhebungen des NZFH zeigen deutlich, wie wichtig Willkommensbesuche für einen guten Start ins Familienleben sind, wenn sie in ein kommunales Netzwerk Frühe Hilfen eingebettet sind.“

    Zentrale Ergebnisse im Überblick:

    • Willkommensbesuche sind weit verbreitet: 2024 gehörten sie in rund 60% der 564 befragten Kommunen zum Angebot der Frühen Hilfen. Deutschlandweit wurden im Jahr 2024 pro Kommune, die Willkommensbesuche anbietet, im Durchschnitt 934 Familien kontaktiert und davon 518 anschließend besucht. Die durchschnittliche Anzahl der kontaktierten und besuchten Familien ist in Großstädten drei- bis fünfmal höher als in den anderen Kreistypen.
    • Eltern bewerten die Besuche sehr positiv: Über 90% der befragten Eltern waren zufrieden oder sehr zufrieden. Zwei Drittel würden den Besuch ganz bestimmt weiterempfehlen.
    • Die Besuche vermitteln Information und Orientierung: 84,3% der Eltern sagten, dass sie durch den Besuch einen guten Überblick über Angebote, Anlaufstellen und Ansprechpersonen erhalten haben. Eltern mit Besuch fühlten sich außerdem besser über lokale Unterstützungsangebote informiert als Eltern ohne Besuch.
    • Die Besuche stärken das Gefühl, willkommen zu sein: 70,6% der befragten Eltern hatten nach dem Besuch das deutliche Gefühl, dass Familien und Kinder ihrer Kommune am Herzen liegen.
    • Die Besuche erleichtern den Zugang zu Hilfen: 82,5% der Eltern stimmten voll zu, dass der Besuch vermittelt hat, dass es in Ordnung ist, als Eltern Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
    • • Die Besuche informieren gut über konkrete Angebote vor Ort: Informiert wird bei den Besuchen vor allem über niedrigschwellige Angebote in Familien- oder Stadtteilzentren (66%), Eltern-Kind-Gruppen (70%) sowie Kurse für Eltern und Beratungsangebote (45%).
    • • Willkommensgeschenke erhöhen die Teilnahme: 42% der Eltern nahmen das Angebot unter anderem auch deshalb in Anspruch, weil sie das Begrüßungspaket und das Willkommensgeschenk erhalten wollten.
    • • Die Art der Einladung ist entscheidend: Besonders viele Familien nehmen teil, wenn sie automatisch einen konkreten Terminvorschlag erhalten und nur absagen müssen, wenn sie den Besuch nicht wünschen. Mit dieser sogenannten Widerspruchslösung kommen in den untersuchten Kommunen bis zu 90% der Besuche zustande. Müssen Eltern selbst aktiv einen Besuch anfragen, liegt die Quote nur bei 15%.
    • • Die Besuche sind unterschiedlich gestaltet: Durchgeführt werden die Besuche am häufigsten von Sozial- oder Diplom-Pädagoginnen und -Pädagogen, seltener auch von Personen aus Gesundheitsfachberufen. In 26,6% der Kommunen kommen auch Freiwillige zum Einsatz.

    Mehr Informationen zu den Willkommensbesuchen finden Sie unter: fruehehilfen.de
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    Rabea Ottenhues, K 1 - Presse und Öffentlichkeitsarbeit, übergreifende Kommunikation, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit
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    Quelle: idw-online.de, BIÖG