Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
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Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V. und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.
Wichtige Hinweise:
Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
Fehlende oder verspätete Impfungen oder Vorsorgen gefährden Ihr Kind!
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Auswirkungen von Kurzvideos auf Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung und Wohlbefinden
Im Gegensatz zu klassischen digitalen Medien zeichnen sich Kurzvideo-Plattformen durch schnell wechselnde Inhalte, hochgradig personalisierte Empfehlungen und eine gezielte Maximierung der Nutzungsdauer aus. Genau hier setzt die Studie an: Sie untersucht, ob und wie dieses spezifische Design – und nicht nur der Inhalt – neurokognitive und emotionale Effekte bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beeinflussen kann.
„Unser Ziel war es, auf Grundlage wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse, ein differenziertes Verständnis über die Auswirkungen von Kurzvideo-Plattformen zu entwickeln und damit die Grundlage zu schaffen, um über pauschale Aussagen wie ‚weniger Bildschirmzeit‘ hinauszugehen“, erklärt Marlene Ebster, Absolventin des Masterstudiengangs Gesundheitsökonomie am Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften (IMG) der Universität Bayreuth und Erstautorin des Artikels „Taming the endless scroll“, der nun im Fachmagazin European Child & Adolescent Psychiatry erschienen ist. „Wir wollten verstehen, welche Rolle Plattformdesign, Nutzungsroutinen und algorithmische Mechanismen spielen.“
Die Analyse folgt den etablierten PRISMA- und Cochrane-Leitlinien und umfasst wissenschaftliche Studien aus den Jahren 2015 bis 2025. Insgesamt wurden rund 1.500 Datensätze gesichtet, von denen 42 Studien mit rund 47.000 Teilnehmenden in die finale Auswertung einflossen. Das Durchschnittsalter lag bei 16,8 Jahren. Der Großteil der Studien bestand aus Querschnittsuntersuchungen, ergänzt durch Längsschnitt- sowie einzelne EEG- und MRT-Studien. Die Qualität der Evidenz wurde nach dem GRADE-System bewertet. Das GRADE-System (Grading of Recommendations, Assessment, Development and Evaluation) ist ein international anerkanntes Verfahren, um die Qualität wissenschaftlicher Studien und die Stärke von Empfehlungen in Leitlinien systematisch zu bewerten. Es wird vor allem in der evidenzbasierten Medizin eingesetzt.
Die Ergebnisse zeigen: Eine intensive und unstrukturierte Nutzung von Kurzvideo-Plattformen steht im Zusammenhang mit einer Reihe negativer Effekte. Hierbei wird, heuristisch auf Grundlage der vorliegenden Studien, eine tägliche Nutzungsdauer von vier oder mehr Stunden als „intensive Nutzung“ definiert. Der Begriff „unstrukturierte Nutzung“ bezieht sich auf das Scrollen von Kurzvideos ohne feste Routine. Davon abzugrenzen ist die strukturierte Nutzung, etwa während des Pendelns oder als gemeinsame Aktivität in sozialen Settings. Unstrukturiert wird die Nutzung vor allem dann, wenn sie spontan erfolgt und Schlafenszeiten oder Lernphasen nach hinten verschiebt.
Die negativen Effekte sind konkret die Zunahme von Unaufmerksamkeit und Impulsivität in einem leichten bis moderaten Rahmen. Außerdem lassen sich statistische Zusammenhänge mit geringerer Arbeitsgedächtniskapazität und eingeschränkter Selbstregulation beobachten. Ebenso treten höhere Werte für Angst, Depression und Stress auf. Darüber hinaus deuten bildgebende Studien auf mögliche neurobiologische Zusammenhänge hin, etwa Veränderungen in der grauen Substanz sowie in der neuronalen Signalsynchronisation.
Neben Risiken identifiziert die Arbeit auch mögliche Schutzmechanismen. Ein unterstützendes soziales Umfeld, klare digitale Routinen sowie ausgeprägte Medienkompetenz können helfen, negative Effekte zu reduzieren. „Besonders wichtig ist es, junge Menschen nicht allein zu lassen, sondern sie zu befähigen, bewusst mit digitalen Angeboten umzugehen“, sagt Ebster.
Die Ergebnisse richten sich an ein breites Publikum: Eltern, Schulen, Universitäten, Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten, aber auch App-Designer und politische Entscheidungsträger. Sie unterstreichen die Notwendigkeit, differenzierter über digitale Mediennutzung zu sprechen und insbesondere die Rolle des Plattformdesigns stärker in den Blick zu nehmen. Für den Alltag bedeutet das: Statt ausschließlich die Nutzungsdauer zu betrachten, sollten Strukturen und (digitale) Kompetenzen geschaffen werden, die eine bewusste Nutzung von Kurzvideo-Plattformen fördern, etwa durch feste digitale Routinen, ein besseres Verständnis von Algorithmen und gezielte Unterstützung junger Menschen.
Die Autorinnen und Autoren betonen zugleich, dass weiterer Forschungsbedarf besteht – insbesondere in Form von Längsschnitt- und experimentellen Studien. Zugleich sehen sie Handlungsbedarf auf regulatorischer Ebene. „Bereits heute ist es notwendig, Rahmenbedingungen für Kurzvideo-Plattformen zu entwickeln, die insbesondere vulnerable Gruppen schützen“, heißt es in der Studie.
Die Arbeit ist eine der ersten, die gezielt die gesundheitlichen Auswirkungen des Designs von Kurzvideo-Plattformen untersucht und sich dabei insbesondere auf Menschen unter 25 Jahren konzentriert. Sie eröffnet damit wesentliche und notwendige Perspektiven für Forschung & Entwicklung, Prävention und Gesundheitsförderung sowie gesellschaftliche Debatten.
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Jennifer Opel – Pressestelle, Universität Bayreuth
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Quellen: idw-online.de, Universität Bayreuth, European Child & Adolescent Psychiatry -
USA: Grippeimpfung senkt Infektionszahlen bei 2- bis 5-Jährigen drastisch
„In den USA entspricht dies Hunderttausenden, wenn nicht sogar einer Million Grippefällen, die wir jährlich verhindern können“, sagte Studienleiter Anupam Jena, Inhaber des Joseph P. Newhouse-Lehrstuhls für Gesundheitspolitik am Blavatnik Institute der HMS. „Das ist ein enormer Effekt.“
Die Ergebnisse liefern eine weitere Bestätigung für den Nutzen der Grippeimpfung. In den USA sollten Kinder ab 6 Monaten eine Grippeimpfung erhalten.
Im Januar dieses Jahres strichen die US-Gesundheitsbehörden (CDC) die jährliche Grippeimpfung sowie einige andere Impfstoffe aus ihrem empfohlenen Impfplan für Kinder. Diese Änderung, die von medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen des öffentlichen Gesundheitswesens scharf kritisiert wurde, wurde im März von einem US-Bundesgericht gestoppt.
„Die Bundesregierung hatte auf das Fehlen der von ihr geforderten Belege verwiesen – genau diese haben wir nun geliefert“, sagte Christopher Worsham, Assistenzprofessor für Medizin an der HMS (Massachusetts General Hospital) und Erstautor der Studie. „Uns liegen randomisierte Daten vor, die belegen, dass Grippeimpfungen bei diesen kleinen Kindern wirksam sind.“
Vorsorgeuntersuchungen für Impfung genutzt
Amerikanische Kleinkinder haben in der Regel einmal jährlich einen Arzttermin rund um ihren Geburtstag. Für Kinder, die im Herbst geboren sind, bieten diese Termine eine günstige Gelegenheit für die Grippeimpfung. Kinder, die im Sommer geboren wurden, haben ihre Termine hingegen oft schon wahrgenommen, bevor der Grippeimpfstoff verfügbar ist; sie benötigen also einen zusätzlichen Termin für die Impfung.
In früheren Untersuchungen hatten Jena und Worsham festgestellt, dass dieser zusätzliche Aufwand für die Betreuungspersonen zu niedrigeren Grippeimpfquoten bei im Sommer geborenen Kindern führt. Dies schafft ein natürliches Experiment, bei dem die Kinder allein aufgrund ihres Geburtsdatums zufällig Gruppen mit höherer oder niedrigerer Impfquote zugeordnet werden. Die Forschenden verglichen Abrechnungsdaten von Krankenversicherungen für im Sommer und im Herbst geborene Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren über einen Zeitraum von fünf Grippesaisons zwischen 2016 und 2023 hinweg. (Die Saisons 2020/2021 und 2021/2022 wurden aufgrund von Störfaktoren im Zusammenhang mit COVID-19 ausgelassen.)
In jeder Saison war die Wahrscheinlichkeit, geimpft zu werden, bei im Herbst geborenen Kindern höher, während das Risiko, an Grippe zu erkranken, geringer ausfiel.
Die Impfquoten bei Kindern, deren Geburtsdatum im Herbst lag, erreichten zwischen 8,6 und 12,5 Prozentpunkten über denen von Kindern mit Geburtstag im Sommer; die Raten für Grippediagnosen waren hingegen um 1,0 bis 1,4 Prozentpunkte niedriger.
„Betrachtet man diese fünf Saisons, so zeigt sich: Auf hundert Kinder, die aufgrund des Zeitpunkts ihres Geburtstags zufällig geimpft werden, kommen etwa neun bis 14, denen eine Grippeerkrankung erspart bleibt, die sie sich sonst zugezogen hätten“, erklärte Jena, der zudem Professor für Medizin am Mass General ist.
Bei anderen Erkrankungen, für die keine Impfung existiert – etwa bei gewöhnlichen Erkältungen oder Magen-Darm-Infekten –, zeigten sich keine Unterschiede in den Infektionsraten der beiden Gruppen.
„Letztlich lässt es sich so zusammenfassen: Impfstoffe wirken“, sagte Worsham.
Seltenere Arztbesuche – weniger Impfungen
Mit zunehmendem Alter der Kinder entkoppelt sich der Zusammenhang zwischen Geburtstag und Arztterminen. Die Forschendenstellten fest, dass sich die Raten der Grippediagnosen bei im Herbst und im Sommer geborenen Kindern ab einem Alter von etwa fünf Jahren angleichen.
Wie in Deutschland finden in Amerika die Vorsorgeuntersuchungen (Well Child Care Visits) für kleine Kinder häufiger statt als bei älteren Kindern.
„Die uns vorliegenden randomisierten Daten beschränken sich auf diese sehr jungen Kinder, da deren Arzttermine an den Geburtstag gekoppelt sind“, so Worsham.
Das bedeutet, dass ab einem gewissen Alter der Geburtstag nicht mehr als Indikator dafür geeignet ist, wie wahrscheinlich eine Grippeimpfung erfolgt ist; daher lässt sich die Wirksamkeit des Impfstoffs bei älteren Gruppen mit diesem Versuchsaufbau nicht erfassen.
Quellen: MedicalXpress, JAMA Pediatrics, AAP, HealthyChildren.org
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Gesunde Leber, starke Zukunft – Prävention beginnt im Kindesalter
Die Zahl der Fettlebererkrankungen (Steatotic Liver Disease, SLD) bei Kindern und Jugendlichen nimmt zu. Bereits heute entwickelt mehr als jedes dritte Kind mit Adipositas (Fettleibigkeit) eine Metabolisch dysfunktions-assoziierte Steatotische Lebererkrankung (MASLD). Die Erkrankung verläuft häufig lange unbemerkt, kann aber bereits im Kindesalter zu einer entzündlichen Form, der sogenannten Metabolisch dysfunktions-assoziierten Steatohepatitis (MASH) fortschreiten und das Risiko für eine Leberzirrhose deutlich erhöhen.
Klinische Bedeutung der Fettlebererkrankung im Kindesalter steigt
Die zunehmende klinische Relevanz der Fettlebererkrankung im Kindes- und Jugendalter erläutert Prof. Dr. Ulrich Baumann, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Pädiatrische Gastroenterologie und Hepatologie, Medizinische Hochschule Hannover: „Die MASLD ist heute die häufigste Lebererkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Sie kann eine frühe Vorstufe eines Typ 2-Diabetes sein und ist bereits einer der Hauptgründe dafür, dass junge Erwachsene auf die Warteliste für eine Lebertransplantation aufgenommen werden müssen. Um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, ist es entscheidend, MASLD bereits im Kindesalter frühzeitig zu erkennen und konsequent zu behandeln. Bekannt ist zudem, dass metabolisch bedingte chronische Erkrankungen, die in der Kindheit beginnen, häufig bis ins Erwachsenenalter fortbestehen – mit Folgen wie einer verkürzten Lebenserwartung und einer eingeschränkten Lebensqualität.“
Früherkennung: Fettleber bei Kindern ist oft noch umkehrbar
Vor diesem Hintergrund sind frühe Erkennung und konsequente Lebensstiländerung bei adipösen Kindern und Jugendlichen besonders wichtig. Oft kann dadurch das Fortschreiten einer Fettlebererkrankung wirksam aufgehalten und in vielen Fällen sogar eine Rückbildung erreicht werden. Bei Kindern und Jugendlichen, bei denen eine Adipositas diagnostiziert wurde, sollten die Leberwerte im Blut überprüft werden. Zeigen sich erhöhte Werte und lassen sich andere Ursachen ausschließen, ist eine zeitnahe Anpassung des Lebensstils dringend erforderlich. Im Mittelpunkt steht dabei eine dauerhafte Umstellung der Ernährung, ergänzt durch mehr Bewegung und eine nachhaltige Gewichtsreduktion.
Hochverarbeitete Lebensmittel: Risiko für die kindliche Lebergesundheit
Der regelmäßige Konsum stark verarbeiteter Lebensmittel wie zuckerhaltiger Getränke, Snacks oder Fertiggerichte kann bereits im Kindesalter gesundheitliche Folgen haben. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn hochverarbeitete Produkte frische, nährstoffreiche Mahlzeiten dauerhaft ersetzen. Die hohe Energiedichte, viel Zucker, Salz und Fett sowie Zusatzstoffe begünstigen eine übermäßige Kalorienaufnahme und damit Übergewicht – ein zentraler Risikofaktor für die Entwicklung einer Fettlebererkrankung.
Prof. Dr. Ulrich Baumann warnt vor den langfristigen Folgen einer solchen Ernährungsweise: „Hochverarbeitete Lebensmittel sind für Kinder besonders kritisch, wenn sie regelmäßig an die Stelle frisch zubereiteter Mahlzeiten treten. Im Vergleich zu Erwachsenen ist ein zusätzlicher Aspekt relevant: die mögliche Beeinträchtigung von Wachstum und Entwicklung. Entscheidend ist, dass Kinder wieder stärker an eine ausgewogene Ernährung mit frischen Lebensmitteln herangeführt werden – denn Ernährung ist einer der wichtigsten Schutzfaktoren für die Lebergesundheit. Eine ausgewogene Ernährung und feste Mahlzeiten sind wichtige Bausteine für eine gesunde Entwicklung und können dazu beitragen, Übergewicht und einer Fettlebererkrankung vorzubeugen – und eine gesunde, starke Zukunft zu gewährleisten.“
Die Deutsche Leberstiftung hat in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ulrich Baumann und seinem Team eine Broschüre veröffentlicht, die über Lebererkrankungen bei Kindern informiert. Die Broschüre kann kostenfrei auf der Serviceseite unter https://www.deutsche-leberstiftung.de heruntergeladen oder bestellt werden.
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Rolf Kalus - externe Pressestelle, Deutsche Leberstiftung
_______Quellen: idw-online.de, Deutsche Leberstiftung