Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.

Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte Kinder- und Jugendarztpraxis. Sie finden diese in der Rubrik links "Praxisverzeichnis".

Für Rückfragen zum Ärztenetz e. V. kontaktieren Sie bitte unsere Netzsekretärin unter der Mail-Adresse: reuter.paednetz@noSpam.web.de

Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V.  und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.

Wichtige Hinweise:

Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
Fehlende oder verspätete Impfungen oder Vorsorgen gefährden Ihr Kind!


AKTUELLE iNFORMATIONEN ÜBER Infekte und Infektionskrankheiten -- Vorgehen bei Infektionsverdacht

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  • ADHS besser verstehen: Forscher entwickelt neues Erklärmodell EHDH

    Ein Neurobiologe der Freie Universität Berlin stellt in der renommierten Fachzeitschrift Neuroscience & Biobehavioral Reviews das Modell der „Energy Deficit Hyperactivity Disorder“ vor. Der Ansatz interpretiert ADHS als Folge einer instabilen neuronalen Energieverfügbarkeit. Der EDHD-Ansatz möchte zugleich einen Beitrag zur Entstigmatisierung von Betroffenen leisten.

    Perspektivwechsel: Von Aufmerksamkeitsdefiziten zu Energieregulation

    Das EDHD-Modell rückt die schwankende Energieversorgung des Gehirns in den Mittelpunkt. Demnach verfügen Menschen mit ADHS nicht grundsätzlich über weniger Aufmerksamkeit, sondern über eine instabile und schnell erschöpfbare mentale Energie. Diese Dynamik könnte erklären, warum Betroffene in manchen Situationen hochkonzentriert arbeiten, während ihnen in anderen Momenten selbst einfache Aufgaben schwerfallen. „Das Modell bietet eine neue Perspektive auf ein seit Jahrzehnten erforschtes Störungsbild“, verdeutlicht Mohammad Dawood Rahimi vom Arbeitsbereich Cognitive Neuroscience der Freien Universität Berlin. Phänomene wie Hyperfokus oder starke Leistungsschwankungen ließen sich so besser verstehen.

    Warum Leistung schwankt

    Ein häufig beschriebenes Merkmal von ADHS ist die starke Schwankung der Leistungsfähigkeit: Viele Betroffene können sich über Stunden intensiv auf hochinteressante Tätigkeiten konzentrieren, haben jedoch erhebliche Schwierigkeiten mit monotonen und oder langandauernden Aufgaben. Das EDHD-Modell deutet dies als energieabhängige Regulation: Stimulierende Aufgaben stabilisieren kurzfristig die Energienutzung im Gehirn. Reizarme Tätigkeiten führen dagegen eher zu einem Abfall verfügbarer Ressourcen. Die Leistungsfähigkeit wird damit als kontextabhängig verstanden.

    In seiner Studie argumentiert der Forscher, dass neurobiologische Prozesse wie der Glukosestoffwechsel und die Funktion der Mitochondrien eine zentrale Rolle spielen könnten. Bestimmte Hirnregionen – etwa solche, die für Planung, Aufmerksamkeit und Selbstregulation zuständig sind – könnten demnach zeitweise nicht ausreichend mit Energie versorgt werden. Zugleich betont Dawood Rahimi: „Der EDHD-Ansatz versteht sich ausdrücklich als hypothesengenerierender theoretischer Ansatz – nicht als neue Diagnosekategorie oder klinisches Instrument. Ziel ist es, Befunde aus Neurowissenschaften, Bioenergetik, Kognitionsforschung und Computermodellierung in einem systemischen Erklärungsrahmen zusammenzuführen.“

    Erholung und Struktur als Schlüsselfaktoren

    Im EDHD-Modell hängt stabile Aufmerksamkeit vor allem von ausreichender Erholung ab. Schlaf, Pausen und biologische Rhythmen bestimmen, wie viel kognitive Energie verfügbar ist. Fehlt diese Regeneration, können selbst einfache Aufgaben überfordern – ein möglicher Grund für typische Leistungsschwankungen.

    Auch Verhaltensweisen wie Unruhe oder Ablenkbarkeit erscheinen in diesem Licht anders: Sie könnten kurzfristige Strategien sein, um das Energieniveau zu stabilisieren. Bewegung oder neue Reize helfen dem Gehirn, leistungsfähig zu bleiben. Damit rückt ADHS weg von der Deutung als Disziplinproblem hin zu einer Frage des Ressourcenmanagements. Für die Praxis ergeben sich neue Ansatzpunkte – etwa ein stärkerer Fokus auf Schlaf, Ernährung und Stoffwechsel neben der medikamentösen Behandlung.
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    Christine Xuan Müller, Stabsstelle Kommunikation und Marketing, Freie Universität Berlin
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    Quellen: idw-online.de, Freie Universität Berlin, Neuroscience & Biobehavioral Reviews

  • Frühe Hilfen für Kinder von depressiven Eltern - Betriebskrankenkassen erweitern ihr Vorsorgeprogramm

    Diese Erkenntnisse sind Anlass der Betriebskrankenkassen (BKK) zum 1. Juli 2026 ihr Leistungsangebot der frühkindlichen Vorsorgeuntersuchungen anzupassen, um postpartale Depressionen frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Die neue Zusatzleistung erweitert den Rahmenvertrag „Starke Kids by BKK“ des BKK Landesverbandes Bayern mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ), der seit 2007 besteht.

    Dr. Ralf Langejürgen, Vorstand BKK Landesverband Bayern: „Die Studie UPlusE hat uns eindrücklich gezeigt, dass in der Regelversorgung Depressionen oft zu spät erkannt werden, aber frühzeitige Hilfen essenziell für die Gesundheit der Familien sind. Dass wir uns als BKK in dieser Form engagieren, hat wesentlich mit der Innovationskraft und der beispielhaften Versorgungsorientierung der BKK-Gemeinschaft zu tun.“

    Dr. Michael Hubmann, Präsident des BVKJ: „Viele Eltern sprechen seelische Belastungen nach der Geburt nicht von selbst an. Das Screening über die PraxisApp ‚Meine pädiatrische Praxis‘ hilft, dass wir die Familien auch bei psychischen Belastungen umfassend und unmittelbar in der Kinder- und Jugendarztpraxis begleiten können. Wesentlich in der Zusammenarbeit mit den Betriebskrankenkassen war und ist der innovative und flexible Ansatz der BKK mit dem es uns gelingt, Innovationen in den Praxisalltag zu bringen.“

    Die Erweiterung des Rahmenvertrages Starke Kids by BKK um UPlusE ergänzt die Vorsorgeuntersuchungen U3 oder U4 des Kindes, um auch die psychische Gesundheit der Eltern in den Blick zu nehmen. Dazu beantwortet ein Elternteil über die PraxisApp ‚Meine pädiatrische Praxis‘ einige Fragen zum eigenen psychischen Wohlbefinden und zu möglichen Belastungen im Alltag. Mittels eines digital-standardisierten Fragebogens können Eltern mit einem Risiko für eine postpartale Depression erkannt werden. Die Ergebnisse des Screenings werden anschließend in der kinder- und jugendmedizinischen Praxis besprochen. Gibt es Hinweise auf eine stärkere Belastung oder eine mögliche postpartale Depression, werden die Betroffenen an passende Beratungs- und Behandlungsangebote vermittelt, wie psychologische oder psychiatrische Fachkräfte, peripartalpsychiatrische Ambulanzen, Frühe Hilfen oder Erziehungsberatungsstellen.

    Hintergrund:

    UPlusE - U-Untersuchung für Kinder PLUS Eltern beim Pädiater zur Förderung der kindlichen Entwicklung mit Impuls aus frauenärztlicher Schwangerenvorsorge ist eine Studie, die federführend von Dr. Susanne Simen, Oberärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Nürnberg zusammen mit dem BKK Landesverband Bayern, dem BVKJ als Konsortialpartner und zahlreichen weiteren Institutionen initiiert wurde. Die Studie wird über den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss mit einer Laufzeit von 42 Monaten gefördert und endet im Dezember 2026.

    Peripartale Depressionen sind häufig. Etwa 10-15 Prozent der Mütter, aber auch 5-10 Prozent der Väter sind betroffen, aber weniger als 10 Prozent der Betroffenen werden frühzeitig erkannt. Dabei ist die psychische Gesundheit von Eltern in der Peripartalzeit elementar wichtig für eine gesunde Entwicklung der Kinder. Werden sie nicht erkannt sind schwerwiegende psychische und physische Folgeerkrankungen deutlich wahrscheinlicher.

    UPlusE wurde im aktuellen Masterplan Prävention des Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention als relevantes Beispiel für präventive Maßnahmen im Bereich psychischer Gesundheit aufgenommen. Damit wird die Bedeutung frühzeitiger Unterstützung und evidenzbasierter Versorgungskonzepte für belastete Familien auf Landesebene hervorgehoben.
    Zuletzt haben am 24. Juni 2026 auch die Regierungsfraktionen im Bayerischen Landtag einen Antrag gestellt, UPlusE nach Auslaufen der Innovationsfondsförderung in den Regelleistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung zu nehmen.

    Der BKK Landesverband Bayern vertritt als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Interessen der Betriebskrankenkassen und ihrer Versicherten in Bayern. Aktuell zählt der BKK Landesverband Bayern 14 Betriebskrankenkassen als Mitglieder mit rund 3,3 Millionen Versicherten (Kassensitz). In Bayern selbst leben rund 2,7 Millionen Menschen, die bei einer Betriebskrankenkasse (BKK) versichert sind. Damit verfügen die Betriebskrankenkassen im Freistaat über einen GKV-Marktanteil von 23 Prozent.

    Weiterführende Links:
    www.bkk-familyplus.de
    www.bvkj.de
    www.upluse.de

    Kontakt:

    BKK Landesverband Bayern
    Pressesprecherin
    Manuela Osterloh / Telefon: 089/74579-421
    E-Mail: presse@bkk-lv-bayern.de / Internet: www.bkk-bayern.de

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    BVKJ-Pressemeldung
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    Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.bvkj.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

     

     

  • Zunehmende Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen HPV und Herzerkrankungen

    Eine Übersichtsarbeit, die auf der Jahrestagung des American College of Cardiology (ACC.25) vorgestellt wurde, gibt es Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen HPV und Herzerkrankungen. In dieser Veröffentlichung wird dieser Zusammenhang erstmals durch die Zusammenführung von Daten aus mehreren weltweiten Studien mit insgesamt fast 250.000 Patienten belegt.

    Kann HPV-Impfung zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen?

    Angesichts dieser Ergebnisse erklärte Akinfenwa, dass Mediziner bei Personen mit positivem HPV-Testergebnis eine engmaschigere Herzüberwachung in Erwägung ziehen könnten – analog zu den Empfehlungen für Patienten mit anderen bekannten Risikofaktoren für Herzerkrankungen.

    „Wir sprechen stets von kardiovaskulären Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck und Ähnlichem, doch wir wissen, dass sich etwa 20% der Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht durch diese herkömmlichen Risikofaktoren erklären lassen“, so Dr. Stephen Akinfenwa, ein Assistenzarzt für Innere Medizin an der UConn School of Medicine in Farmington, Connecticut, und der Erstautor der Studie. „Daher ist es wichtig, auch unkonventionelle Risikofaktoren wie HPV zu identifizieren, an denen man gezielt ansetzen könnte.“

    Er betonte, dass weitere Forschungsarbeit erforderlich sei, um den Zusammenhang zwischen einer HPV-Infektion und Herzerkrankungen – insbesondere dessen Stärke und die zugrunde liegenden Mechanismen – sowie die mögliche Rolle einer HPV-Impfung bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Problemen besser zu verstehen.

    Quellen: Science Daily, American College of Cardiology, JACC

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    Weitere Informationen
    zur HPV-Impfung: „Entschieden gegen Krebs“
    Hier gibt es auch eine Unterrubrik für Eltern, die häufige Fragen der Eltern und auch des Impflings beantwortet.
    Der BVKJ ist Kooperationspartner der Initiative "Entschieden gegen Krebs".