Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.

Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.

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  • Neue Behandlungsmöglichkeit für kindliche Hirntumore

    Viele Betroffene müssen mit schweren Langzeitfolgen der aggressiven Therapien bei Medulloblastomen leben. Dringend benötigt werden zielgerichtete Therapien, die nur Tumorschwachstellen angreifen und normales Gewebe verschonen. Forschende um Daniel Merk vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung am Universitätsklinikum Tübingen haben eine solche Schwachstelle im Erbgut einer Untergruppe des Medulloblastoms gefunden.

    Hirntumore sind nach den Leukämien die zweithäufigsten Krebserkrankungen im Kindesalter. Das Medulloblastom, eine aggressive Form von Hirntumoren, entsteht im Bereich des Kleinhirns, das unter anderem für die Bewegungskoordination verantwortlich ist. Neueste molekulargenetische Untersuchungen am Erbgut dieser Tumore konnten zeigen, dass es sich hierbei tatsächlich um vier unterschiedliche Krebserkrankungen handelt. Eine Untergruppe der Medulloblastome zeigt eine hohe Aktivität des Sonic Hedgehog (SHH)-Signalwegs. Diese Tumore können bei Erwachsenen durch den Einsatz von SHH-Inhibitoren, also Hemmstoffen, bereits behandelt werden. Da der SHH-Signalweg während der kindlichen Entwicklung in unterschiedlichen Geweben eine wichtige Rolle spielt, können diese Medikamente bei der Behandlung von Kindern aufgrund einer Vielzahl systemischer Nebenwirkungen jedoch nicht zum Einsatz kommen. Neue zielgerichtete Therapien für das SHH-Medulloblastom werden daher dringend benötigt, um vor allem den jüngsten Patienten eine schonendere und effektivere Behandlung zu ermöglichen.

    CRISPR-Genschere identifiziert Schwachstellen im Tumor

    Das Team um Daniel Merk am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen nutzt neuartige molekulargenetische Untersuchungen, um Schwachstellen im Erbgut von Tumoren zu identifizieren, die als Ansatzpunkt für neuartige Therapieverfahren dienen können. Eines der wichtigsten Werkzeuge ist die CRISPR-Genschere, mit deren Hilfe sich alle Gene im Erbgut einer Tumorzelle ausschalten lassen. In geeigneten Modellsystemen können die Forschenden mithilfe von CRISPR schnell eine Aussage darüber treffen, welche Gene für einen Tumor besonders wichtig sind. „Mit Hilfe dieser Technologie können wir direkt verfolgen, was passiert, wenn wir dem Tumor ein Gen nach dem anderen wegnehmen", erklärt Studienleiter Daniel Merk. „Somit können wir direkt priorisieren, welche Gene vermutlich ein lohnenswerter Ansatzpunkt für neuartige Therapien sind."

    Epigenetische Regulatoren als Schlüssel zum Erfolg

    Die Ergebnisse zeigen, dass Tumorzellen aus SHH-Medulloblastomen besonders abhängig sind von sogenannten epigenetischen Regulatoren – das sind molekulare Werkzeuge der Zelle, die die Verpackung des Erbguts kontrollieren und somit einen direkten Einfluss darauf haben, wie sich die Tumorzellen verhalten. Manche dieser Regulatoren, wie etwa das Gen DNMT1, können durch Medikamente in ihrer Funktion eingeschränkt und somit inhibiert werden.

    Die Analyse von Tumormaterial von Patienten mit einem SHH-Medulloblastom zeigt, dass das Gen DNMT1 einen direkten Einfluss auf den Krankheitsverlauf hat: Je aktiver DNMT1 in den Tumoren ist, desto geringer sind die Heilungschancen. Weitere Untersuchungen im Labor liefern dafür eine Erklärung. Obwohl DNMT1 kein direkter Teil des SHH-Signalwegs ist, spielt es in der Signalübertragung dennoch eine wichtige Rolle – schaltet man DNMT1 ab, wird auch der SHH-Signalweg gestört.

    Kombinationstherapie zeigt vielversprechende Ergebnisse

    Zur weiteren Untersuchung haben die Forscher in Tierversuchen mit Mäusen gearbeitet, die genetisch so verändert wurden, dass sie ein SHH-Medulloblastom entwickeln. Tatsächlich hemmen sowohl SHH-Inhibitoren als auch DNMT1-Inhibitoren das Wachstum der Tumore. Das Überraschende: Mäuse, die beide Medikamente erhielten, zeigten den größten Behandlungserfolg. Dieser synergistische Effekt beider Medikamente konnte von den Krebsforschern auch in speziellen Kulturen von humanen SHH-Medulloblastomen nachgewiesen werden.

    DNMT1-Inhibitoren werden bereits in der Klinik zur Behandlung bestimmter Leukämien bei Kindern angewendet und zeigen im Gegensatz zu SHH-Inhibitoren bei jungen Patienten keine gravierenden Nebenwirkungen. Die Krebsforscher hoffen daher, dass ihre Ergebnisse einen neuen Ansatzpunkt zur Behandlung der jüngsten Patienten mit SHH-Medulloblastomen bieten. Auch ältere Patienten, bei denen SHH-Inhibitoren sicher angewendet werden können, könnten in Zukunft von einer möglichen Kombinationstherapie beider Medikamente profitieren.

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    Konstanze Adam, Stiftungskommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Wilhelm Sander-Stiftung 
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    Quellen: idw-online.de, Wilhelm Sander-Stiftung

     

     

  • Groß und Klein zusammen: Gemeinsam essen mit Kleinkindern

    Rückt der erste Geburtstag näher, wächst ein Kind langsam aus dem Babyalter hinaus. Mit nur wenigen Ausnahmen kann es jetzt das Gleiche essen wie die Großen. Gemeinsam Essen ist nicht nur zum Sattwerden gut, sondern ein wichtiger Teil des Zusammenlebens. Dabei muss sich nicht immer die ganze Familie am Tisch versammeln: Es wirkt sich Studien zufolge schon positiv aus, wenn das Kind mit einer Bezugsperson zusammen isst. Worauf Eltern außerdem achten können.

    • Vorbildfunktion: Kinder lernen Vieles durch Nachahmung. Sowohl bezogen auf das Verhalten am Esstisch als auch auf die Lebensmittelauswahl sind Bezugspersonen wie Eltern oder Geschwister Vorbilder für Kleinkinder. Essen diese Personen z. B. mit Genuss Gemüse, schauen sich die Kinder dieses Verhalten ab.
    • Klare Strukturen: Gewohnte Abläufe und klare Regeln schaffen bei Kleinkindern Sicherheit und tragen zu einem entspannteren Essen bei. Feste Essenszeiten – am besten drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten täglich – tragen dazu bei. Aber auch das gemeinsame Decken des Tisches oder Tischsprüche am Anfang einer Mahlzeit.
    • Essen und andere Aktivitäten getrennt halten: Wenn ein Kind spielt, sollte es nicht nebenher essen; wenn es isst, sollte es nicht nebenher spielen. Kinder lernen so, dass es bestimmte Zeiten für bestimmte Aktivitäten gibt. Das gleiche gilt für Bezugspersonen: Handys und andere Bildschirmmedien sollten beim Essen beiseitegelegt bzw. ausgeschaltet bleiben.
    • Mit Zeit und Ruhe essen: Eltern sollten für das gemeinsame Essen bewusst Zeit einplanen. So ergibt sich eine zugewandte Atmosphäre mit Raum für Gespräche, Lachen und Genuss. Kinder lernen außerdem, sich Zeit zum Essen und Sattwerden zu nehmen.
    • Selbstständigkeit fördern: Essenlernen braucht Übung, besonders der Umgang mit Besteck. Ab welchem Alter ein Kind „unfallfrei" essen kann, ist sehr unterschiedlich. Erstmal wird aber jedes Kleinkind beim Essen kleckern. Diesen Gedanken im Hinterkopf, können Eltern Kleckse oder umgefallene Gläser vielleicht gelassener nehmen. Lob für Dinge, die das Kind schon kann, trägt zu einer guten Stimmung bei und macht es stolz und selbstbewusst.

    Quelle: Pressemeldung Netzwerk Gesund ins Leben
     

  • Kinder- und Jugendärzt*innen äußern erhebliche Bedenken gegenüber der neuen Stillleitlinie

    Dr. Stefan Trapp, Vizepräsident des BVKJ, betont: „Mit der neuen Leitlinie weichen wir jetzt nicht nur von bisher gültigen gut begründeten Empfehlungen in Deutschland ab, sondern begeben uns in einen Widerspruch mit den konsentierten Empfehlungen der meisten europäischen Länder. Eine ausreichende Evidenzbasis für einen so weit gehenden Schritt besteht nach unserer Überzeugung nicht, da gemäß der GRADE-Methodik die Evidenz für ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten nur als sehr niedrig bewertet wurde. Änderungen hätten hochwertigere populationsbezogene Studien aus industrialisierten Ländern bedurft.“

    Dr. Anke Steuerer, Vizepräsidentin des BVKJ, ergänzt: „Die starre Empfehlung erst ab dem siebten Lebensmonat Beikost zu füttern, wird der individuellen Entwicklung der Säuglinge nicht gerecht. Manche Kinder sind im fünften Monat bereit für den Beikostbeginn – dieser sollte ihnen dann auch nicht vorenthalten werden. Wir bedauern, dass durch die strikte Regelung unnötiger psychosozialer Druck auf Familien ausgeübt wird und eine erhebliche Verunsicherung in den Familien entsteht. Zusätzlich werden in der neuen Leitlinie die aktuellen Lebenswirklichkeiten der Familien in Deutschland und die Versorgung der Kinder mit Mikronährstoffen wie Vitamin B12 bei nicht ausreichender Beikostgabe nicht angemessen berücksichtigt.“

    Dr. Irena Neustädter, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GPA), formuliert klar: „Die neue Empfehlung, in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen, ist kontraproduktiv im Sinne der Allergieprävention und begibt sich in offenkundigen Widerspruch zu den Empfehlungen der AWMF-S3-Leitlinie ‚Allergieprävention‘.“

    Der BVKJ verweist daher ausdrücklich auf die Formulierung in dem der Leitlinie angefügten Sondervotum des BVKJ. Darin empfiehlt er eine Formulierung, die dem Wortlaut der S3-Leitlinie ‚Allergieprävention‘ entspricht: „Für den Zeitraum der ersten vier bis sechs Monate soll nach Möglichkeit ausschließlich gestillt werden. Auch mit Einführung von Beikost soll weitergestillt werden.“

    BVKJ-Pressemitteilung