Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
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Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V. und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.
Wichtige Hinweise:
Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
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Salzhaltiges Nasenspray kann nächtliche Atemstörung lindern
Nächtliche Atemstörungen bzw. das obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS) ist im Kindesalter häufig und mit erheblichen Begleiterkrankungen verbunden. OSAS ist eine Erkrankung, bei der die oberen Atemwege während des Schlafs teilweise oder vollständig blockiert werden, was zu Atemaussetzern führt. Sie ist eine häufige Ursache für Schlafstörungen, Schnarchen, Verhaltensauffälligkeiten und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen bei Kindern. Bis zu 12% der Kinder sind davon betroffen.
Die Adenotonsillektomie (Entfernung der Rachen- und Gaumenmandeln) verbessert i.d.R. die Beschwerden und in der Folge die Lebensqualität. Da die Operation mit Kosten und auch mit Risiken verbunden ist, sind nicht-operativen Behandlungsmethoden zur Linderung der Symptome von Interesse.
In der in JAMA Pediatrics veröffentlichten Studie „Intranasale Behandlungen bei Kindern mit schlafbezogenen Atmungsstörungen“ ("Intranasal Treatments for Children With Sleep-Disordered Breathing“) führten Forscher*innen überprüften die Wissenschaftler*innen die Wirksamkeit von intranasalen Kortikostteroiden im Vergleich zu Kochsalzlösung bei Kindern mit obstruktiven schlafbezogenen Atmungsstörungen.
An der Studie nahmen 139 Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren teil, die sechs Wochen lang mit Kochsalzlösung behandelt wurden. Bei 41 dieser 139 Kinder (29,5%) verschwanden die Symptome. Dreiundneunzig Kinder, bei denen die Beschwerden weiter bestanden, wurden zufällig in zwei Untergruppen aufgeteilt: 47 Kinder erhielten intranasales Mometasonfuroat (entzündungshemmendes Medikament aus der Gruppe der Kortikosteroide), 46 Kinder setzten die Kochsalzlösungstherapie fort.
Kochsalzlösung vs. Steroide in den Gruppen mit anhaltenden Symptomen
Die Ergebnisse zeigten eine vergleichbare Symptomlinderung nach den folgenden sechs Wochen intranasaler Behandlung. Bei 16 von 45 Kindern (35,6 %) in der Gruppe mit intranasalen Steroiden und bei 16 von 44 Kindern (36,4 %) in der Gruppe mit fortgesetzter Kochsalzlösungstherapie klangen die Symptome ab.
Zwölf Wochen nach Beginn der Behandlungsphase wurde eine anhaltende Symptomremission bei neun von 45 Patienten (20,0%) in der Gruppe mit intranasalen Steroiden und bei 15 von 42 Patienten (35,7%) in der Kochsalzlösungsgruppe berichtet. Dieser Trend sprach zwar für die Kochsalzlösung, war aber aufgrund der geringen Stichprobengröße statistisch nicht signifikant.
Die Hauptautorin der Studie und Kinderpneumologin und Schlafmedizinerin am Monash Children’s Hospital und der Kinderklinik der Monash University, außerordentliche klinische Professorin Gillian Nixon, erklärte, die Ergebnisse würden Ärzt*innen helfen, die große Anzahl von Kindern mit schlafbezogenen Atemproblemen besser zu behandeln und möglicherweise die langen Wartelisten für spezialisierte Therapien zu verkürzen.
„Wir wissen, wie wichtig Schlaf für die Gesundheit und Entwicklung von Kindern ist, und wir wissen jetzt, dass ein einfaches Nasenspray mit Kochsalzlösung der Schlüssel zu einem besseren Schlaf sein könnte“, so Professorin Nixon.
„Kochsalzlösung-Nasensprays sind in der Apotheke erhältlich und können für viele Kinder einen echten Unterschied machen, sodass sie besser schlafen können – ganz ohne Kortisonsprays oder Operationen, die mit einem höheren Risiko für Nebenwirkungen, höheren Kosten und längeren Genesungszeiten verbunden sind.“„Das sind großartige Neuigkeiten für Eltern und Familien. In Absprache mit dem Kinder- und Jugendarzt können Familien evtl. eine 12-wöchige Kochsalzlösungstherapie in Betracht ziehen, um häufige Symptome der obstruktiven Schlafapnoe zu lindern, bevor sie sich an einen Spezialisten wenden und eine Operation in Erwägung ziehen.“
Quellen: medicalXpress, Monash University, JAMA Pediatrics
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Kindliche Aufmerksamkeit durch häufige Mediennutzung beeinträchtigt
Der Gebrauch elektronischer Medien wie Fernseher, Smartphones oder Tablets geht häufig mit schnellen Aufmerksamkeitswechseln einher, da immer wieder neue Reize präsentiert werden. Lesen dagegen erfordert ein längeres Aufrechterhalten der Konzentration. Auf dieser Basis haben Wissenschaftler:innen der Medizinischen Fakultät die Hypothese geprüft, ob der Gebrauch von Bildschirmmedien mit einer geringeren, Lesen hingegen mit einer besseren Langzeitaufmerksamkeit bei Kindern einhergeht.
Zur Messung der Aufmerksamkeitsleistung absolvierten die insgesamt 1.057 Kinder zweier Altersgruppen, von 3 bis 6,5 Jahre und 6,5 bis 11 Jahre, einen computerbasierten Test. Dabei sollten sie nur auf ein bestimmtes Bild reagieren, indem sie eine Taste drücken, bei anderen Bildern hingegen keine Reaktion zeigen. Erfasst wurden in der Testzeit von sieben Minuten sogenannte Auslassungsfehler (Mangel an Langzeitaufmerksamkeit) und Fehlreaktionen (mangelnde Impulskontrolle). Parallel berichteten die Eltern über die tägliche Nutzungsdauer von Bildschirmmedien bei Kindern ab drei Jahren und die Häufigkeit selbständigen Lesens ab sechs Jahren.
Größere Fehlerneigung bei „Medien-Kindern“
Die wichtigsten Erkenntnisse: „Kindern beider Altersgruppen, die häufiger Bildschirmmedien nutzten, unterliefen im Test mehr Fehler als denen mit geringerer Mediennutzung. Besonders bei Vorschüler:innen zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Anschauen von Filmen oder Serien und eingeschränkter Impulskontrolle. Im Grundschulalter war eine ausgedehnte Nutzung von Filmen, Serien oder Videospielen mit geringerer Langzeitaufmerksamkeit verbunden“, erklärt Dr. Tanja Poulain, Leiterin der aktuellen Studie und Wissenschaftlerin an der Medizinischen Fakultät bei Life Child.
Im Gegensatz dazu wiesen Grundschulkinder, die regelmäßig selbständig lasen, weniger Fehler im computerbasierten Test auf. Das deutet darauf hin, dass Lesen mit einer besseren Aufmerksamkeitsleistung einhergeht. Darüber hinaus zeigte sich, dass Mädchen insgesamt weniger Fehler machten als Jungen.
Mediengebrauch beeinträchtigt Konzentrationsfähigkeit
Die Resultate stützen frühere Befunde, wonach häufiger Mediengebrauch mit geringerer Aufmerksamkeit assoziiert ist. Anders als vergleichbare Studien, die auf Eigen- oder Elternangaben basierten, beruhen die Leipziger Daten auf standardisierten kognitiven Tests. Zudem konnte gezeigt werden, dass nicht nur die Lesfähigkeit, diese wurde in früheren Studien oft im Zusammenhang mit der Aufmerksamkeit untersucht, sondern auch die Lesehäufigkeit in einem positiven Zusammenhang mit der Konzentration steht. Die Wissenschaftler:innen der aktuellen Studie betonen, dass die Ergebnisse zwar keine Kausalität belegen, aber die Bedeutung einer moderaten Nutzung digitaler Medien und der Förderung des Lesens unterstreichen.
Die Life Child-Studie, die seit 14 Jahren an der Medizinischen Fakultät läuft, umfasst Daten von mehr als 6000 Kindern aus Leipzig und Umgebung. Sie ermöglicht detaillierte Untersuchungen zum Einfluss von Umwelt- und Lebensstilfaktoren auf die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
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Anne Grimm, Medizinische Fakultät, Stabsstelle Universitätskommunikation / Medienredaktion, Universität Leipzig
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Quellen: idw-online.de, Universität Leipzig, BMC Pediatrics
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Plötzlicher Kindstod: Eltern neigen zum Verzicht auf sichere Schlafumgebung während Krankheitsphasen
In Interviews mit über 100 Bezugspersonen von Säuglingen im Alter von 0 bis 12 Monaten, die aufgrund einer Erkrankung in der Notaufnahme vorgestellt wurden, stellten die Forscher*innen fest, dass unsichere Schlafgewohnheiten während Krankheitsphasen häufiger vorkamen und oft auch nach Abklingen der Krankheit fortbestanden. Diese veränderten Schlafgewohnheiten erhöhen das Risiko eines plötzlichen unerwarteten Kindstods (sudden unexpected infant death - SUID), einem Oberbegriff, der auch das plötzliche Kindstod (SIDS – Sudden Infant Death Syndrome) umfasst. SUID führte laut US-Gesundheitsstatistik im Jahr 2022 zum Tod von 3.700 Kindern.
Zahlreiche Studien der letzten Jahrzehnte haben unsichere Schlafgewohnheiten mit dem plötzlichen Kindstod (SIDS) und dem unerwarteten plötzlichen Kindstod (SUID) in Verbindung gebracht. Die Ergebnisse einer neuen, von den National Institutes of Health (NIH) finanzierten Studie wurden am 18. September in der Fachzeitschrift „Pediatrics“ veröffentlicht und untermauern die Annahme, dass Erkrankungen im Säuglingsalter ein Risikofaktor für SUID sind.
Die Betreuungspersonen wurden zu den üblichen Schlafgewohnheiten ihrer Babys befragt und ob sich diese im Krankheitsfall veränderten. Sie berichteten, dass die Einhaltung sicherer Gewohnheiten, wie das Schlafen im Kinderbett, insgesamt von 61,8% vor der Erkrankung auf 48,1% während der Erkrankung zurückging. Gleichzeitig stieg der Anteil der Betreuungspersonen, die angaben, dass ihre Säuglinge im Bett oder auf der Couch schliefen, von 56,5% vor der Erkrankung auf 62,6% während der Erkrankung und erreichte bei der Nachuntersuchung nach einem Monat sogar 75%. Auch die Häufigkeit des gemeinsamen Schlafens im Elternbett stieg insgesamt von 57,3% vor der Erkrankung auf 68,7% während der Erkrankung und erreichte bei der Nachuntersuchung nach einem Monat sogar 83,6%.
Viele Betreuungspersonen in der Studie berichteten, dass sie während der Erkrankung ihres Kindes von empfohlenen sicheren Schlafpraktiken abwichen, beispielsweise vom Schlafen in Rückenlage. Zu den häufigsten Änderungen zählten vermehrtes gemeinsames Schlafen im Elternbett, das Schlafen auf nicht empfohlenen Unterlagen sowie die Bauch- oder Seitenlage, die nicht den Empfehlungen entsprechen.
Die Tatsache, dass diese Veränderungen auch nach der Erkrankung anhielten, unterstreicht die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen zur Förderung sicherer Schlafpraktiken während einer Erkrankung, so Dr. Mary Beth Howard, Kinder- und Jugendärztin für Notfallmedizin am Johns Hopkins Children’s Center und Leiterin der Studie.
„Eltern nehmen diese Änderungen oft vor, weil sie ihr krankes Baby trösten oder es genau beobachten möchten. Doch diese gut gemeinten Anpassungen erhöhen tatsächlich das Risiko eines plötzlichen, unerwarteten Todes. Krankheit ist eine besonders sensible Zeit, weshalb es umso wichtiger ist, die Empfehlungen für sicheren Babyschlaf einzuhalten“, sagt Howard.
Um den plötzlichen Kindstod zu vermeiden, sollten Eltern u.a. das Baby zum Schlafen auf den Rücken legen, es ohne Decken, Kissen oder Kuscheltiere und in einem Kinderbett allein schlafen lassen.Quellen: EurekAlert! Johns Hopkins Medicine, Pediatrics