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wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
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Zuckerhaltige Säfte und Limonaden im Kindesalter begünstigen Bluthochdruck im Erwachsenenalter
Kinder, die täglich etwa 355 ml oder mehr Fruchtsaft tranken, hatten demnach ein um 35% höheres Risiko, im Erwachsenenalter Bluthochdruck zu entwickeln. Ebenso wiesen diejenigen, die täglich etwa 710 ml oder mehr zuckerhaltige Limonaden oder Sportgetränke konsumierten, ein um 52% höheres Risiko auf. Die Studie ergab zudem, dass das Ersetzen dieser Getränke durch ein Stück ganzes Obst das spätere Risiko des Kindes für Bluthochdruck senkte.
„Ernährungsgewohnheiten in frühen Lebensjahren können dauerhafte gesundheitliche Folgen haben“, betonte die leitende Forscherin Vasanti Malik, Inhaberin des „Canada Research Chair“ für Ernährung und Prävention chronischer Krankheiten an der Universität Toronto.
„Bluthochdruck tritt zunehmend früher im Leben auf; steigende Raten sind bei jungen Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen zu beobachten, was die Bedeutung von Früherkennung und Prävention unterstreicht“, erklärte sie in einer Pressemitteilung. Bluthochdruck trägt zu Herzerkrankungen, Herzinfarkten und Schlaganfällen bei, wie die Wissenschaftler*innen in Hintergrundinformationen anmerkten.
Für die neue Studie analysierten die Expert*innen Daten von fast 25.800 Teilnehmer*innen einer Langzeitstudie zu US-amerikanischen Jugendlichen, der sogenannten „Growing Up Today Study“, in deren Rahmen Kinder über einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren beobachtet wurden.
Die Proband*innen füllten alle ein bis vier Jahre Fragebögen zur Ernährung aus, in denen abgefragt wurde, wie häufig sie mit Zucker gesüßte Getränke oder Fruchtsaft konsumierten. Zudem wurde erfasst, wie oft sie ganzes Obst aßen.
Die Ergebnisse zeigten, dass Kinder, die täglich Fruchtsaft oder zuckerhaltige Getränke tranken, beim Übergang ins junge Erwachsenenalter ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck aufwiesen.
Es spielt eine Rolle, in welcher Form Zucker konsumiert wird
Jede tägliche Portion Limonade (ca. 355ml) war der Studie zufolge mit einem um 23% erhöhten Risiko für Bluthochdruck verbunden, während jede Portion (gesüßtem) Sportgetränk mit einem um 36% höheren Risiko einherging.
Die Analyse deutete zudem darauf hin, dass der Ersatz einer täglichen Portion zuckerhaltiger Getränke durch ein Stück ganzes Obst das Risiko um 22% senkte. Der Ersatz einer täglichen Portion Fruchtsaft durch ganzes Obst reduzierte das Risiko um 19%. Diese Zusammenhänge bestanden unabhängig von anderen Risikofaktoren für Bluthochdruck, wie etwa der allgemeinen Ernährungsqualität und dem Bewegungspensum der Kinder, so die Forschenden.
„Zuckerhaltige Getränke wie Limonaden und Sportgetränke, die oft als halbwegs gesund vermarktet werden, sollten nur in Maßen konsumiert werden“, betonte Malik.
„Der Konsum von Fruchtsaft mag in geringen Mengen harmlos sein, bei höheren Mengen jedoch schädlich wirken. Es sollte sich stets um reinen Fruchtsaft (100% Fruchtgehalt) handeln, und auch dieser sollte nur in Maßen getrunken werden“, fuhr sie fort. „Ganze Früchte sind zuckerhaltigen Getränken vorzuziehen.“
Auch ganze Früchte enthalten Fruktose – jenen Zucker, der auch in Fruchtsaft vorkommt –, doch das Fruchtfleisch und die Ballaststoffe etwa eines Apfels oder einer Orange verlangsamen die Verdauung, erklärten die Autor*innen. Dies verhindert einen starken Anstieg des Blutzuckerspiegels, wie er oft nach dem Trinken von Saft oder Limonade auftritt.
„Wie bereits bei Erwachsenen beobachtet, scheint für die Entstehung von Bluthochdruck nicht so sehr die Gesamtmenge an Fruktose entscheidend zu sein, sondern vielmehr die Art des Lebensmittels, über das sie aufgenommen wird; so sind zuckerhaltige Getränke und Fruchtsäfte mit einem erhöhten Risiko verbunden, ganze Früchte hingegen nicht“, verdeutlichte Dr. Amit Khera, Leiter der Abteilung für präventive Kardiologie und klinischer Leiter der Kardiologie am University of Texas Southwestern Medical Center in Dallas, der die Studienergebnisse begutachtete.
„Es herrschte die irrige Annahme, Fruktose sei generell schädlich für die Herz-Kreislauf-Gesundheit – unabhängig von der Quelle – und Fruchtsäfte seien gesundheitsfördernd“, fügte er in einer Pressemitteilung hinzu. „Diese Studie zeigt, dass beides nicht zutrifft.“
Quellen: HealthDay, University of Toronto, Circulation
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Auch in Deutschland Anstieg von Darmkrebs bei jungen Erwachsenen – aber deutlich unter US-Niveau
Als „früh auftretende“ Darmkrebserkrankungen (Early-Onset Colorectal Cancer, EOCRC) gelten Erkrankungen vor dem 50. Lebensjahr. Doch Berichte über steigende Darmkrebs-Fallzahlen bei jüngeren Menschen insbesondere aus den USA motivierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der deutschen Landeskrebsregister, die Erkrankungssituation in Deutschland unter die Lupe zu nehmen.
Ausgeprägter Anstieg bei den Jüngsten
Für die aktuelle Analyse werteten die Experten mehr als 28.000 Darmkrebsfälle bei Menschen im Alter von 20 bis 49 Jahren aus. Dabei fanden sie, dass die Darmkrebsinzidenz bei 20- bis 29-Jährigen sowie bei 30- bis 39-Jährigen zunahm. Besonders ausgeprägt war der Anstieg in der jüngsten Altersgruppe. Bei den 40- bis 49-Jährigen blieb die Erkrankungshäufigkeit dagegen insgesamt weitgehend stabil.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Anstieg von Darmkrebs bei jungen Erwachsenen in Deutschland real ist, aber zumindest bislang deutlich moderater ausfällt als in den USA“, sagt Volker Arndt vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Epidemiologischen Krebsregister Baden-Württemberg, einer der beiden Seniorautoren der Arbeit.
Deutschland deutlich unter US-Niveau
Ein wichtiger Teil der Studie war der Vergleich mit den Vereinigten Staaten, wo die Zunahme von Darmkrebs bei jüngeren Erwachsenen bereits seit Jahren intensiv diskutiert wird. Die Forschenden zeigen, dass die Erkrankungsraten in Deutschland sowohl zu Beginn des Untersuchungszeitraums als auch aktuell deutlich niedriger liegen als in den USA. Zudem verlief der Anstieg hierzulande wesentlich langsamer.
Warum steigen die Zahlen?
Die Ursachen sind bislang nicht vollständig geklärt. Als mögliche Einflussfaktoren werden Veränderungen des Lebensstils diskutiert, darunter Übergewicht, Bewegungsmangel und Ernährungsgewohnheiten. Auch Veränderungen der Darmflora könnten eine Rolle spielen.
Die Ergebnisse deuten zugleich darauf hin, dass ein Teil des beobachteten Anstiegs auf eine frühere und verbesserte Diagnostik zurückzuführen sein könnte. Besonders häufig nahmen Tumoren mit vergleichsweise günstiger Prognose zu, die oft in einem frühen Stadium entdeckt werden.
Kein Anlass für eine generelle Absenkung des Screening-Alters
Trotz der beobachteten Entwicklung sehen die Autorinnen und Autoren derzeit keinen ausreichenden Grund, die Altersgrenze für das Darmkrebs-Screening in der Allgemeinbevölkerung unter 50 Jahre abzusenken. „Darmkrebs vor dem 50. Lebensjahr bleibt in Deutschland insgesamt selten“, betont Jacqueline Müller-Nordhorn vom Landesinstitut Bayerisches Krebsregister des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. „Von jährlich rund 56.000 neuen Darmkrebsfällen entfallen lediglich etwa fünf Prozent auf Menschen unter 50 Jahren. Dennoch sollte darauf hingewiesen werden, dass bei Symptomen natürlich auch jüngere zeitnah individuell ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Vorrangig ist es, bekannte Risikogruppen – etwa Menschen mit familiärer Vorbelastung – konsequent zu identifizieren und ihnen die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen anzubieten.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler empfehlen, die Entwicklung der Erkrankungszahlen weiterhin genau zu beobachten. Künftige Studien sollen insbesondere klären, welche Rolle frühe Lebensstilfaktoren, Übergewicht, der Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln, Antibiotikaeinsatz und/oder Veränderungen der Darmflora für die Entstehung von Darmkrebs in jungen Jahren spielen.
______Dr. Sibylle Kohlstädt - Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsches Krebsforschungszentrum
______Quellen: idw-online.de, Deutsches Krebsforschungszentrum, International Journal of Cancer
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Schulessen: Pasta und Burger kommen meist gut an – auch mit Hülsenfrüchten oder Gemüse
Die italienischen Wissenschaftler*innen erforschten u.a., ob Rezepte für Schulmahlzeiten, die auf drei zentralen Nachhaltigkeits- und Ernährungsprinzipien basieren (vegetarische Zusammensetzung, Verwendung unverarbeiteter Zutaten und reduzierter Salzgehalt), bei Kindern Zustimmung finden. Zudem beobachteten die Forschenden die Essgewohnheiten, die Neophobie gegenüber Lebensmitteln (Angst vor neuen Speisen) und das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung.
Sie wollten sehen, wie der Akzeptanz der Rezepte bzw. der Mahlzeiten bei Kindern die Verschwendung von Lebensmitteln beeinflussen. Es nahmen Kinder (n = 2324, 54% Mädchen im Alter von 9 bis 15 Jahren) aus 16 Regionen in 12 europäischen Ländern (Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Italien, Österreich, Schweden, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik und Ungarn) nahmen an einem speziellen Sensoriktest (Beurteilung des Essens mit menschlichen Sinnen wie Schmecken, Riechen, Sehen) sowie einer Befragung teil.
Die Ergebnisse zeigten deutliche Unterschiede in der Rezeptakzeptanz zwischen den verschiedenen Regionen; dabei schnitten Nudelgerichte und Burger auf Hülsenfruchtbasis hinsichtlich der Beliebtheit besser ab und führten zu weniger Abfall als Suppen. Des Weiteren zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen „sensorischer Beliebtheit“, positiven emotionalen Reaktionen und einer Verringerung der Lebensmittelverschwendung. Auch Lebensmittelneophobie wirkte sich negativ auf die Akzeptanz der Rezepte aus und korrelierte positiv mit dem Verhalten hinsichtlich der Lebensmittelverschwendung.
Unter den Rezepten waren Gemüsecouscous mit Räuchertofu, Burger mit Krautsalat und Kartoffeln, Linsenlasagne, Tomaten-Linsen-Suppe sowie Ragout mit Reis und Gemüse am wenigsten beliebt. Im Gegensatz dazu erzielten Karotten-Burger, Fladenbrot mit Shiitake-Pilzen, Erbsen und Sprossen, Reis mit Gemüse und Romesco-Soße, Kartoffeln mit Quark und Leinöl, Bohnen-Burger sowie Pasta mit Linsen, Pilzen und Curry die höchsten Bewertungen.
Trotz der beobachteten regionalen Unterschiede gab es bei der Lebensmittelneophobie relativ geringe Abweichungen, was darauf hindeutet, dass diese Eigenschaft bei Kindern im Alter von 9 bis 15 Jahren in Europa ähnlich ausgeprägt ist. Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse dieser Studie, dass kulturelle und geschmackliche Vorlieben bei Kindern für Schulmahlzeiten berücksichtigt werden sollten, um d gesündere Ernährungsgewohnheiten zu fördern und gleichzeitig die Menge von Lebensmittelabfällen zu verringern.
Quelle: Food Quality and Preference