Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
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Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
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Virtuelle Arztbesuche erfordern häufiger Nachsorge in der Notaufnahme
Obwohl die Nutzung virtueller Versorgung seit 2020 deutlich zugenommen hat, gibt es bislang nur wenige Studien, die deren Risiken und Vorteile speziell bei Kindern untersuchten. Die kanadischen Forschenden analysierten Daten von mehr als 2,6 Millionen pädiatrischen Primärversorgungskontakten im Zeitraum von September 2020 bis März 2024. Die Kinder wurden in drei Altersgruppen eingeteilt: 0–3 Monate, 3 Monate bis 2 Jahre und 2–17 Jahre.
Bei Kindern im Alter von 3 Monaten bis 2 Jahren folgten auf 64.241 telemedizinische Konsultationen 2.851 (4,4%) Notaufnahmebesuche, während von 218.479 persönlichen Konsultationen 7.636 (3,5%) zu einem solchen Folgebesuch führten.
Virtuelle Konsultationen waren zudem mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für nachfolgende Notaufnahmebesuche verbunden, die überwiegend weniger dringlich (low-acuity) waren. Gleichzeitig war das Risiko für schwerwiegende Verläufe, wie eine Krankenhauseinweisung oder einen Todesfall, geringfügig geringer als nach persönlichen Arztbesuchen (0,2% gegenüber 0,4%).Auch Kinder im Alter von 2 bis 17 Jahren, die virtuell behandelt wurden, wiesen ein erhöhtes Risiko für einen anschließenden Notaufnahmebesuch auf. Bei Säuglingen unter 3 Monaten zeigte sich hingegen kein signifikanter Unterschied zwischen virtuellen und persönlichen Konsultationen (2,9% vs. 2,8%).
Die Autor:innen schließen daraus: „Kinder benötigen nach einer virtuellen Konsultation häufiger einen Besuch in der Notaufnahme als nach einem persönlichen Arztbesuch; im Allgemeinen handelte es sich bei diesen Besuchen jedoch um weniger akute Probleme. Auch wenn die virtuelle Versorgung eine ausreichende und sichere Auswahl von Fällen ermöglicht, bei denen eine Einweisung oder ein tödlicher Ausgang unwahrscheinlich ist, sollten Verantwortliche im Gesundheitswesen und Ärzt*innen die besonderen Bedürfnisse von Kindern berücksichtigen, wenn sie Richtlinien und Infrastrukturen für eine virtuelle Versorgung entwickeln und die Art der klinischen Konsultation festlegen.“
Virtuelle Arztbesuche, beispielsweise über Videosprechstunden, bieten Vorteile wie eine hohe Zugänglichkeit und Bequemlichkeit. Gleichzeitig bestehen jedoch Einschränkungen, insbesondere durch das Fehlen einer körperlichen Untersuchung, was die Diagnosestellung bei bestimmten Erkrankungen erschweren kann.
Gerade bei Kindern können klinische Anzeichen – wie ein Mittelohrerguss, verminderter Hautturgor oder eine reduzierte Reaktionsfähigkeit – schwerer über Video oder Telefon erkannt werden. Daher lassen sich die bei Erwachsenen beobachteten Vorteile der Telemedizin nicht uneingeschränkt auf die pädiatrische Versorgung übertragen.
Quellen: AAP News, JAMA Netw Open
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Früh geboren – immunologisch anders programmiert
Frühgeborene haben in den ersten Lebenswochen ein deutlich höheres Infektionsrisiko als termingeborene Kinder. Das hängt unter anderem mit ihrem Immunsystem zusammen. Bislang fehlten jedoch belastbare Daten darüber, wie sich die verschiedenen Zellarten des adaptiven Immunsystems nach der Geburt entwickeln. Wie sieht es speziell mit Lymphozyten, wie T- und B-Zellen, aus, die nach dem Kontakt mit Antigenen, wie Viren oder Bakterien, gezielte Abwehrmechanismen aktivieren?
Welche Werte des Immunsystems sind angesichts der Frühgeburt normal?
Der Grund für den Mangel an Daten ist unter anderem das geringe Blutvolumen* von Frühgeborenen und der damit einhergehende Mangel an Forschungsmaterial. Deshalb können in der Neonatologie frühgeborenen Säuglingen immer nur wenige Tropfen Blut abgenommen werden. „Bislang wussten wir gar nicht, wie das Immunsystem eines gesunden Frühgeborenen aussieht und welche Werte angesichts der Frühgeburt normal sind“, sagt Johannes Dirks, Kinderarzt am Uniklinikum Würzburg (UKW). Dirks hat sich auf die pädiatrische Immunologie spezialisiert und erforscht das Immunsystem von Frühgeborenen.
Bisher größter Datensatz zur postnatalen Entwicklung adaptiver Abwehrzellen bei Frühgeborenen im „Journal of Allergy and Clinical Immunology“
Nun hat Johannes Dirks als Erstautor den bislang größten Datensatz zur postnatalen Entwicklung adaptiver Abwehrzellen bei Frühgeborenen im „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ veröffentlicht. Damit liefert er wichtige Referenzwerte für die klinische Einordnung von Immunbefunden. Darüber hinaus tragen die Studienergebnisse zu einem besseren Verständnis der Ursachen der besonderen Infektionsanfälligkeit dieser vulnerablen Patientengruppe bei.
In der Studie wurden über 1.500 Blutuntersuchungen der ersten 50 Lebenstage von 577 Frühgeborenen ausgewertet. Die Kinder wurden mit einem Schwangerschaftsalter (Gestationsalter) zwischen 22 und 36 Wochen sowie einem Geburtsgewicht zwischen 305 und 2.820 Gramm an den Unikliniken Lübeck (UKSH) und Würzburg geboren. Die Blutabnahmen für die Immunphänotypisierung erfolgten im Rahmen der Routineversorgung auf der Neugeborenen-Intensivstation. Anschließend wurden die Ergebnisse mit verschiedenen Faktoren rund um die Geburt in Beziehung gesetzt.
Entwicklung des Immunsystems bei Frühgeborenen wird stark vom Zeitpunkt der Geburt geprägt
„Die Auswertung zeigte eindeutig: Je unreifer ein Kind bei der Geburt ist, desto stärker und länger unterscheiden sich seine Immunzellen von denen reiferer Frühgeborener“, erläutert Johannes Dirks. „Wenn die Werte anders sind, heißt das aber nicht, dass sie nicht normal sind“, betont er. Bei Frühgeborenen gebe es ein anderes „normal“. So sind bei ihnen zum Beispiel die sogenannten CD4-T-Helferzellen, die eine zentrale Rolle bei der Steuerung von Immunreaktionen spielen, dauerhaft in geringerer Zahl vorhanden. Gleichzeitig finden sich in den ersten Lebenswochen zunächst vermehrt B-Zellen, die für die Bildung von Antikörpern zuständig sind. Im weiteren Verlauf steigt dann die Zahl der natürlichen Killerzellen an, die virusinfizierte oder geschädigte Körperzellen direkt bekämpfen können.
Dieses charakteristische Muster verdeutlicht, dass das Immunsystem nicht inaktiv oder schwach ist, sondern anders organisiert ist und sich noch in der Entwicklung befindet. Eine vertiefte Analyse bestätigte, dass sehr früh geborene Kinder weniger neu gebildete, sogenannte naive T-Zellen besitzen, während bereits aktivierte und regulierende T-Zellen häufiger vorkommen. Dies spricht dafür, dass die Reifung und Neubildung der Immunzellen kurz nach der Geburt anders ablaufen.„Es ist also nicht zwingend krankhaft im Sinne eines Immundefektes, wenn bestimmte Zellen bei Frühgeborenen noch unterrepräsentiert sind“, erklärt Johannes Dirks. Mit der Studie liefert er eine Tabelle zur genauen Einschätzung des Immunstatus**.
Auch Entzündungen vor der Geburt sowie das Geschlecht beeinflussen die Entwicklung des Immunsystems
Neben dem Gestationsalter beeinflussten weitere Faktoren das Immunsystem. So verstärkte beispielsweise eine Entzündung kurz vor der Geburt, das sogenannte Amnioninfektionssyndrom, die immunologischen Veränderungen zusätzlich. Auch typische Komplikationen der Frühgeburtlichkeit gingen mit ähnlichen Immunprofilen einher. Auffällig war außerdem ein Geschlechtsunterschied: Frühgeborene Mädchen wiesen durchgehend höhere Anteile an T-Helferzellen auf. Dies könnte zu ihrem insgesamt besseren Überleben beitragen. „Es ist schon lange bekannt, dass frühgeborene Jungen im Vergleich zu frühgeborenen Mädchen eine schlechtere Prognose haben“, erklärt Dirks.
Verbindung von Neonatologie und Immunologie ist ein Schwerpunkt der Würzburger Universitäts-Kinderklinik
Das Langzeitziel der Würzburger Universitäts-Kinderklinik ist es, immunologisch eine langfristige Nachsorge aufzubauen, von der die Kinder mit gezielten Interventionen profitieren. Denn wie zahlreiche große Kohortenstudien zeigen, zieht sich die Infektionsanfälligkeit von frühgeborenen Kindern bis ins hohe Erwachsenenalter. „Wir sehen auch immer wieder, dass die Impfantworten bei frühgeborenen Kindern schlechter ausfallen als bei termingeborenen Kindern“, berichtet Johannes Dirks. Der Kinder- und Jugendarzt, der selbst Vater von vier Kindern ist, kam nach seinem Studium der Humanmedizin in Würzburg über den Leiter des dortigen immunologischen Labors, Privatdozent Dr. Henner Morbach, zur immunologisch orientierten Forschung. Eineinhalb Jahre lang arbeitete er über eine Förderung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) in Lübeck. Klinisch spezialisierte er sich auf die pädiatrische Intensivmedizin und Neonatologie. Derzeit wird er über das Bridging-Programm des Interdisziplinären Zentrums für Klinische Forschung (IZKF) gefördert und arbeitet im Wechsel einen Monat in der Forschung und einen Monat in der Klinik.
Die Verbindung von Neonatologie und Immunologie ist ein Schwerpunkt der Würzburger Universitäts-Kinderklinik und wird sukzessive ausgebaut, seitdem Professor Christoph Härtel im Mai 2020 von Lübeck noch Würzburg wechselte und die Leitung der Kinderklinik übernahm. Härtel erforscht die Entwicklung extrem frühgeborener Kinder, insbesondere im Rahmen überregionaler Forschungsnetzwerke. Ein spezieller Fokus liegt dabei auf der Entwicklung des Immunsystems.
IRoN-Studie untersucht Reifung des Immunsystems bei Frühgeborenen, MIAI-Studie fokussiert sich auf reif geborene Kinder
In der IRoN-Studie (Immunoregulation of the Newborn) erforscht Härtel in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Lübeck die Reifung des Immunsystems bei Frühgeborenen. Das Team untersucht, wie spezielle Immunzellen das Langzeitoutcome von Frühgeborenen beeinflussen, beispielsweise in Bezug auf chronische Lungenerkrankungen. Auch das Mikrobiom spielt eine wichtige Rolle im Hinblick auf die Prädisposition für ein ungünstiges Ergebnis bei einer Sepsis oder einer nekrotisierenden Enterokolitis (NEC), eine schwere Darmerkrankung, die vor allem Frühgeborene betrifft. Andererseits verändert die Gabe von Antibiotika, die bei Frühgeborenen oft aufgrund von (vermuteten) bakteriellen Infektionen unumgänglich ist, das Mikrobiom. Auch hier läuft die Forschung auf Hochtouren. Probiotika können zum Beispiel das Mikrobiom positiv beeinflussen und als Trainingspartner fürs Immunsystem dienen.
Ein Pendant zur IRoN-Studie bei reifgeborenen ist die MIAI-Studie (Maturation of Immunity Against Influenza). Das MIAI-Studienteam untersucht unter der Federführung von Professorin Dorothee Viemann, Leiterin der Translationalen Pädiatrie, wie das Immunsystem am Lebensanfang auf Infektionen, Impfungen und Umwelteinflüsse, aber auch Antibiotika, reagiert, um frühe Abwehrmechanismen besser zu verstehen. Insbesondere in der frühen Kindheit muss das Immunsystem möglichst schnell ein energiesparendes Gleichgewicht zwischen Toleranz und Abwehr etablieren, um die Entwicklung von Gesundheit auf lange Sicht zu gewährleisten. Ziel ist, durch das bessere Verständnis dieser Prozesse neue Präventions- und Behandlungsstrategien identifizieren, die lebenslange Gesundheit für unsere Kinder sichern sollen. Darüber hinaus ermöglicht der Vergleich zwischen beiden Kohorten Einblicke darin, welche Entwicklungen bei Frühgeborenen für die langfristig erhöhte Infektionsanfälligkeit verantwortlich sind.
Dank an Eltern und Kinder, die mit ihren Daten die Forschung und das Wohl künftiger Generationen fördern
„All diese Daten helfen uns zu verstehen, wie die Immunreifung unter den verschiedensten Bedingungen stattfindet und somit die Infektionsanfälligkeit von Frühgeborenen sowohl am Lebensanfang als auch im späteren Leben erklärt“, resümiert Prof. Christoph Härtel. Der Klinikdirektor betont: „Deshalb sind wir allen Eltern und Kindern dankbar, die mit ihren Daten unsere Forschung unterstützen und so zu einer gesunden Entwicklung der nächsten Generationen beitragen.“
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* Frühgeborene haben ein Blutvolumen von etwa 90 bis 100 Milliliter (ml) pro Kilogramm (kg) Körpergewicht, während es bei Erwachsenen rund 65 bis 75 ml pro kg sind. Ein Grund für das höhere Blutvolumen liegt im erhöhten Sauerstoffbedarf: Neugeborene, insbesondere sehr kleine Frühgeborene, haben einen höheren Grundumsatz. Bei einem 500 Gramm leichten Frühgeborenen mit einer Gesamtblutmenge von 45 bis 50 Millilitern sind 5 Milliliter Blut – das entspricht etwa einem gefüllten Teelöffel – bereits ein Zehntel des gesamten Blutes.
** In Deutschland wird seit 2019 bei allen Neugeborenen ein Screening auf angeborene schwere T-Zell Defekte durchgeführt. Um die Neubildung von T-Zellen zu prüfen wird eine Fersenblutprobe auf einer sogenannten Trockenblutkarte untersucht. Bei Auffälligkeiten wird das Blut zur Bestätigungsdiagnostik an ein Zentrum für angeborene Immundefekte geschickt. Privatdozent Henner Morbach leitet an der Würzburger Universitäts-Kinderklinik eines der wenigen Zentren in Deutschland, das eine umfassende Diagnostik, Beratung und Therapie bei angeborenen Immundefekten und komplexen immunologischen Fragestellungen anbietet.
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Kirstin Linkamp, Stabsstelle Kommunikation, Universitätsklinikum Würzburg
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Quellen: idw-online.de, Universitätsklinikum Würzburg, Journal of Allergy and Clinical Immunology
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Studie verknüpft „Social-Media-Sucht“ mit schlechterer psychischer Gesundheit
In einer in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlichten Studie untersuchte ein internationales Forscherteam (China, Pakistan, Saudi-Arabien) den Zusammenhang zwischen „Social-Media-Sucht“, Depressionen und Angstzuständen und bewertete die vermittelnde Rolle des familiären Umfelds bei saudi-arabischen Studenten.
Häufigkeit von „Social-Media-Sucht“
Was passiert, wenn das Scrollen zu einem Bewältigungsmechanismus statt zu einer Gewohnheit wird? „Social-Media-Sucht“ betrifft laut Studien aus China, den USA, Japan und der Türkei etwa 17-27% der Jugendlichen. Zugleich haben immer mehr junge Menschen psychische Probleme.
Verschiedene Untersuchungen legen nahe, dass übermäßiger Social-Media-Konsum Depressionen und Angstzustände begünstig, da sich Nutzer*innen ständig mit anderen vergleichen und von sozialen Medien als emotionale Unterstützung abhängig werden. Social-Media-Sucht ist keine offizielle Diagnose, sie kann aber als Verhaltenssucht beschrieben werden.
Studiendesign und Stichprobe saudi-arabischer Universitäten
Die Wissenschaftler*innen wertete 627 gültige Antworten von saudi-arabischen Studenten für ihre Analyse aus (73 Datensätze von Personen mit unvollständigen Angaben wurden ausgeschlossen).
Die Datenerhebung erfolgte mithilfe strukturierter, wissenschaftlich anerkannten Fragebögen und Scalen zur Einschätzung von Sucht von geschultem Personal. Das familiäre Umfeld wurde mit der Brief Family Relationship Scale (BFRS) gemessen. Es wurden der Zusammenhalt, die Kommunikationsfähigkeit und die Konflikte innerhalb der Familie erfasst. Psychische Befunde wurden mithilfe der Depression Anxiety Stress Scales-14 (DASS-14) erhoben, welche Symptome von Angst und Depression misst.
Die Ergebnisse zeigten signifikante Zusammenhänge zwischen Social-Media-Nutzung und psychischen Gesundheitsindikatoren. Problematische Social-Media-Nutzung war mit einem höheren Maß an Angst, Depression und emotionaler Belastung verbunden.Rolle der Familiendynamik bei der Vermittlung von Effekten
Auch das familiäre Umfeld spielt eine entscheidende Rolle für die psychische Gesundheit. Das familiäre Umfeld korrelierte signifikant mit Angstzuständen und Depressionen, was darauf hindeutet, dass der familiäre Kontext für das emotionale Wohlbefinden von Studierenden von Bedeutung sein kann. Dies legt nahe, dass das familiäre Umfeld Einfluss darauf haben kann, wie die Nutzung sozialer Medien mit der psychischen Gesundheit zusammenhängt.
Konkret bedeutet dies, dass Studierende in einem unterstützenden und kommunikativen familiären Umfeld besser vor den negativen emotionalen Folgen exzessiver Social-Media-Nutzung geschützt sein könnten. Umgekehrt könnte ein wenig unterstützendes familiäres Umfeld diese Risiken verstärken.Die Entwicklung familienzentrierter Ansätze zur Bewältigung aktueller Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit und des digitalen Wohlbefindens sollte für Universitäten, politische Entscheidungsträger und Familien Priorität haben, raten die Autor*innen.
Durch die Zusammenarbeit zur Förderung positiver digitaler Interaktionen zwischen Familienmitgliedern und zur Stärkung der emotionalen Resilienz durch offene Kommunikation und einen ausgewogenen Umgang mit Technologie können die Beteiligten dazu beitragen, die psychische Gesundheit von Studierenden in unserer zunehmend digitalisierten Welt zu schützen.Einschränkungen der Studie
Die Studie weist wichtige Einschränkungen auf. Aufgrund ihres Querschnittdesigns lassen die Ergebnisse keine Kausalzusammenhänge belegen. Die Messungen basierten auf Selbstauskünften, die Stichprobe stammte von vier staatlichen Universitäten in Saudi-Arabien, und die Ergebnisse zu Depressionen und Angstzuständen spiegelten Symptome und keine klinischen Diagnosen wider.
Quellen: news-medical.net, Scientific Report