Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.

Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte Kinder- und Jugendarztpraxis. Sie finden diese in der Rubrik links "Praxisverzeichnis".

Für Rückfragen zum Ärztenetz e. V. kontaktieren Sie bitte unsere Netzsekretärin unter der Mail-Adresse: reuter.paednetz@noSpam.web.de

Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V.  und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.

Wichtige Hinweise:

Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
Fehlende oder verspätete Impfungen oder Vorsorgen gefährden Ihr Kind!


AKTUELLE iNFORMATIONEN ÜBER Infekte und Infektionskrankheiten -- Vorgehen bei Infektionsverdacht

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  • Vorbereitung auf die Zeitumstellung

    Eine US-amerikanische Schlafmedizinerin und Neurologin hat in einem Interview mit Newswise Tipps gegeben, wie sich Familien bereits im Vorfeld sanft auf die Zeitumstellung vorbereiten können.

    Den Schlafrhythmus schrittweise anpassen

    Dr. Sudha Tallavajhula, Professorin für Neurologie an der McGovern Medical School der UTHealth Houston, empfiehlt, den Schlafrhythmus bereits in der Woche vor der Zeitumstellung schrittweise anzupassen. Idealerweise gehen Kinder und Erwachsene jeden Tag etwa 15 Minuten früher ins Bett und stehen entsprechend früher auf. Selbst wenn diese Anpassung nur zwei bis drei Tage vor der Umstellung erfolgt, kann sie helfen. Besonders wichtig ist morgendliches Tageslicht: Sonnenlicht ist der wichtigste Taktgeber für unseren zirkadianen Rhythmus und unterstützt die innere Uhr dabei, sich schneller an die neue Zeit anzupassen.

    Wie viel Schlaf brauchen Kinder?

    Der Schlafbedarf ist altersabhängig und individuell unterschiedlich:

    • Vorschulkinder: 10–13 Stunden
    • Schulkinder: 9–12 Stunden
    • Jugendliche: 8–10 Stunden

    Ausreichender Schlaf ist entscheidend für Konzentration, emotionale Stabilität und körperliche Entwicklung.

    Tipps für einen erholsamen Schlaf

    Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus ist die wichtigste Grundlage für guten Schlaf – auch am Wochenende. Größere Abweichungen (mehr als 30–45 Minuten) können es Kindern erschweren, abends einzuschlafen.

    Weitere Empfehlungen:

    • Anstrengende körperliche Aktivität und schwere Mahlzeiten etwa drei Stunden vor dem Schlafengehen vermeiden.
    • Für eine ruhige, dunkle und möglichst kühle Schlafumgebung sorgen.
    • Das Bett ausschließlich zum Schlafen nutzen – nicht zum Spielen, Grübeln oder für Bildschirmzeit.

    Fünf Bausteine für eine gute Abendroutine

    (Nach Empfehlungen des Children’s Hospital of Philadelphia)

    1. Regelmäßigkeit
      Die Abendroutine sollte möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit beginnen und in derselben Reihenfolge ablaufen.
    2. Bildschirmzeit reduzieren
      Elektronische Geräte wie Smartphones, Tablets, Computer oder Fernseher sollten mindestens 30 Minuten vor Beginn der Abendroutine ausgeschaltet werden. Das blaue Licht kann die Melatoninproduktion hemmen und das Einschlafen verzögern.
    3. Die Routine kurz und angenehm halten
      Eine Abendroutine sollte 20–30 Minuten dauern (mit Baden maximal 40 Minuten) und entspannend wirken. Aktivitäten sollten dem Kind Freude bereiten. Für manche Kinder wirkt Baden eher anregend als beruhigend.
    4. Klare Struktur
      Alle Schritte der Routine sollten auf das Schlafzimmer hinführen. Zu viel Aktivität oder Ortswechsel können das Kind wieder aufdrehen.
    5. Wach ins Bett legen
      Kinder sollten möglichst wach ins Bett gelegt werden, damit sie lernen, selbstständig einzuschlafen. Stillen oder Füttern sollte – wenn nötig – vor dem eigentlichen Zubettgehen stattfinden.

    Wann sollten Eltern ärztlichen Rat suchen?

    Mit einer konsequenten Routine gewöhnen sich die meisten Kinder innerhalb von ein bis zwei Wochen an die neue Zeit. Halten Schlafprobleme länger an, ist eine Rücksprache mit der Kinder- und Jugendärztin oder dem Kinder- und Jugendarzt sinnvoll.
    Schlafmittel oder Melatonin sollten bei Kindern auf keinen Fall ohne ärztliche Beratung eingesetzt werden.

    Quellen: Newswise, Children’s Hospital of Philadelphia

    Weitere Informationen zu diesem Thema bietet die Elternbroschüre "Mein Kind schläft nicht" (Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin – DGKJ)
     

     

     

  • Forschende entschlüsseln „Fingerabdruck“ eines Gendefekts, der Herzfehler verursacht

    Von 100 Neugeborenen kommen ein bis zwei Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt – häufig bleibt die genaue Ursache dafür unklar. Die Humangenetikerinnen und -genetiker der Universitätsmedizin Oldenburg haben jetzt ein Verfahren vorgestellt, mit dem sie überprüfen können, ob ein Defekt am Gen NOTCH1 verantwortlich ist. Mit diesem Wissen können Ärztinnen und Ärzte zuverlässigere Diagnosen stellen und zielgerichtet geeignete Therapien entwickeln. Betroffene und Angehörige erhalten außerdem endlich Antwort auf die Frage, inwiefern der Herzfehler voraussichtlich vererbbar ist.

    Über die Forschungsergebnisse berichtet das Team um Prof. Dr. Marc-Phillip Hitz, Direktor des Universitätsinstituts für Medizinische Genetik am Klinikum Oldenburg, und der Laborleiter und Erstautor Dr. Gregor Dombrowsky in der Fachzeitschrift „Genome Medicine“. 
    Die Suche nach der genauen Ursache für einen angeborenen Herzfehler gleicht häufig der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Der Mensch hat ungefähr 20.000 Gene. Jedes dieser Gene kann unterschiedliche Veränderungen tragen und längst nicht jede hat negative Auswirkungen. Häufig bilden auch mehrere gleichzeitig auftretende genetische Veränderungen zusammen die Ursache für einen Herzfehler. Kurz gesagt: Die Zahl der denkbaren Kombinationen ist riesig.

    Blut von herzkranken Kindern molekulargenetisch untersucht

    Licht in dieses Dunkel bringen jetzt Oldenburger Forschende, die das Blut von fast 4.000 herzkranken Kindern molekulargenetisch untersucht haben. Ein Gen begegnete ihnen dabei immer wieder: NOTCH1. Es trägt den Bauplan für ein wichtiges Signalprotein, das eine führende Rolle dabei spielt, wie sich das Herz eines Embryos entwickelt. Ist der Bauplan verändert, arbeitet auch das auf ihm basierende Signalprotein nicht korrekt und stört den hochkomplexen molekulargenetischen Prozess der embryonalen Herzentwicklung. Dieser kleine Defekt führt zu einer Fehlerkaskade mit weitreichenden Folgen, die zum Beispiel zu angeborenen Herzfehlern führt. Obwohl NOTCH1-Veränderungen nur für ein Prozent aller angeborenen Herzfehler verantwortlich sind, gibt es kein anderes Gen, das häufiger Alleinverursacher für einen Herzfehler ist. 
    „Von einigen Veränderungen dieses Gens war bereits bekannt, dass sie der Grund für einen angeborenen Herzfehler sind, auch weil andere Ursachen ausgeschlossen werden konnten. In der Praxis begegnen wir aber einer Vielzahl von zum Teil auch neuen NOTCH1-Veränderungen, von denen wir bisher nicht wissen, ob sie harmlos oder ursächlich sind“, erklärt Dombrowsky. „Wir haben deshalb einen Weg gesucht, mit dem wir auch sie einordnen können.“

    Wie Ermittler im Krimi machten sich die Forschenden auf die Suche nach Spuren, die bereits gut erforschte und schwerwiegende NOTCH1-Defekte in der Erbinformation von Betroffenen hinterlassen. Sie wussten: Der durch den Genfehler gestörte Signalprozess führt letztlich dazu, dass andere, eigentlich völlig intakte Gene nicht korrekt abgelesen werden. Methylgruppen heften sich an verschiedene Stellen der DNA und beeinflussen diesen Prozess bei Betroffenen. Fachleute sprechen von Methylierung. 

    Die Oldenburger Forschenden fanden heraus: Mit hoher Übereinstimmung waren bei den Testpersonen mit unterschiedlichen NOTCH1-Veränderungen die gleichen Abschnitte im Erbgut von der veränderten Methylierung betroffen. „Dieses Muster der betroffenen DNA-Abschnitte ist wie ein Fingerabdruck, den nur eine krankheitsursächliche NOTCH1-Veränderung im Erbgut hinterlässt. Dieses Wissen kann zukünftig genutzt werden, um sicher zu diagnostizieren, ob eine Veränderung ursächlich für einen Herzfehler ist“, so Dombrowsky. 

    Sonja Niemann, Presse & Kommunikation, Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg 
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    Quellen: idw-online.de, Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg, Genome Medicine

  • Langzeitstudie: Zwei Drittel der Jugendlichen mit Reizdarmsyndrom sind im jungen Erwachsenenalter beschwerdefrei

    Forschende der Universität Göteborg und des Karolinska-Instituts in Schweden begleiteten über 2.500 in den 1990er-Jahren Geborene, um die Veränderungen ihres Verdauungssystems im Erwachsenenalter zu verfolgen.
    Die Teilnehmenden wurden im Alter von 16 und 24 Jahren anhand standardisierter, auf den Rome-Kriterien basierender Fragebögen untersucht. Die Ergebnisse, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Gastroenterology“ veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass das Reizdarmsyndrom im Jugendalter häufig keinen chronischen Verlauf nimmt und in vielen Fällen remittiert. Zwei Drittel der 16-Jährigen, die anfänglich die Kriterien für ein Reizdarmsyndrom erfüllten, waren acht Jahre später beschwerdefrei, so die Studie.

    „Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Reizdarmsyndrom im Jugendalter kein statisches Krankheitsbild ist“, verdeutlichte die Hauptautorin Dr. Jessica Sjölund, Gastroenterologin an der Universität Göteborg in Schweden. „Bei vielen Betroffenen bessern sich die Symptome mit der Zeit, und gleichzeitig können wir nun diejenigen besser identifizieren, die ein höheres Risiko für anhaltende Probleme haben“, fügte sie in einer Pressemitteilung hinzu. Obwohl die Prognose für viele positiv ist, blieben die Reizdarmsymptome bei 34% der jungen Erwachsenen bestehen.

    Risikofaktoren für anhaltende Beschwerden

    Die Wissenschaftler*innen konnten einige Faktoren herausarbeiten, die bei dieser Gruppe anhaltende Reizdarmsymptome vorhersagten. Der stärkste Prädiktor für Reizdarmsyndrom im Alter von 24 Jahren war eine Diagnose im Alter von 16 Jahren. Weitere Faktoren, die das Risiko erhöhten, dass Reizdarmsyndrom bis in die Zwanzigerjahre fortbestand, waren hoher psychischer Stress, schlechte Schlafqualität, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und eine generell niedrigere Selbsteinschätzung des Gesundheitszustands.

    Auch die Familiengeschichte spielte eine wichtige Rolle. Jugendliche, bei denen mindestens ein Elternteil vom Reizdarmsyndrom betroffen war, hatten deutlich häufiger anhaltende Beschwerden. Dieser Zusammenhang weist auf mögliche genetische und umweltbedingte Einflussfaktoren hin.

    Frühe Maßnahmen entscheidend

    Frühe Intervention ist entscheidend, betonten die Forschenden. Da viele dieser Risikofaktoren mit Lebensstil und psychischem Wohlbefinden zusammenhängen, legen die Ergebnisse nahe, dass die Jugendjahre ein wichtiges Zeitfenster darstellen, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.Die Ergebnisse unterstreichen, dass das Jugendalter ein entscheidendes Interventionsfenster darstellt. Maßnahmen zur Stressreduktion, Verbesserung der Schlafqualität und frühzeitige psychosoziale Unterstützung könnten dazu beitragen, das Risiko eines chronischen Verlaufs deutlich zu senken.

    Quellen: HealthDay, University of Gothenburg, Gastroenterology