Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.

Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte Kinder- und Jugendarztpraxis. Sie finden diese in der Rubrik links "Praxisverzeichnis".

Für Rückfragen zum Ärztenetz e. V. kontaktieren Sie bitte unsere Netzsekretärin unter der Mail-Adresse: reuter.paednetz@noSpam.web.de

Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V.  und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.

Wichtige Hinweise:

Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
Fehlende oder verspätete Impfungen oder Vorsorgen gefährden Ihr Kind!


AKTUELLE iNFORMATIONEN ÜBER Infekte und Infektionskrankheiten -- Vorgehen bei Infektionsverdacht

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  • Autismus: Vermutlich Anzahl betroffener Mädchen ähnlich hoch wie bei Jungen

    Die Prävalenz von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) hat in den letzten drei Jahrzehnten zugenommen, mit einem Verhältnis von Jungen zu Mädchen von etwa 4:1. Die vermehrte Diagnose von Autismus beruht vermutlich u.a. auf erweiterten Diagnosekriterien und gesellschaftlichen Veränderungen (z. B. dem Alter der Eltern). Das hohe Verhältnis von Jungen zu Mädchen wird auf bessere soziale und kommunikative Fähigkeiten bei Mädchen zurückgeführt, wodurch Autismus bei letzteren schwerer zu erkennen ist. Bislang hat jedoch keine größere Studie diese Trends über den gesamten Lebensverlauf untersucht.

    Diagnosehäufigkeit: Bis zum Alter von 20 Jahren verliert sich der Unterschied zwischen den Geschlechtern

    Um dies zu untersuchen, nutzten Forscher*innen nationale Register, um die Diagnosehäufigkeit von Autismus bei 2,7 Millionen in Schweden zwischen 1985 und 2022 geborenen Personen zu analysieren. Diese Personen wurden von der Geburt bis zu einem Alter von maximal 37 Jahren begleitet.

    Während dieses Beobachtungszeitraums von über 35 Jahren wurde bei 78.522 (2,8%) der erfassten Schweden Autismus diagnostiziert, im Durchschnittsalter von 14,3 Jahren. Die Diagnosehäufigkeit stieg mit jedem Fünfjahresintervall im Kindesalter an und erreichte ihren Höhepunkt mit 645,5 pro 100.000 Personenjahre bei Jungen im Alter von 10–14 Jahren und 602,6 bei Mädchen im Alter von 15–19 Jahren. Obwohl Jungen im Kindesalter häufiger die Diagnose Autismus erhielten, holten Mädchen in der Adoleszenz auf, sodass das Verhältnis von Jungen zu Mädchen im Alter von 20 Jahren nahezu 1:1 erreichte.

    Grenzen der Studie

    Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Die Autor*innen räumen ein, dass sie andere mit Autismus assoziierte Erkrankungen wie ADHS und geistige Behinderung nicht berücksichtigt haben. Auch konnten sie gemeinsame genetische und Umweltfaktoren wie die psychische Gesundheit der Eltern nicht kontrollieren.

    Daher schreiben sie: „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Verhältnis von Männern zu Frauen mit Autismus im Laufe der Zeit und mit steigendem Diagnosealter abgenommen hat. Dieses Verhältnis könnte daher deutlich niedriger sein als bisher angenommen, sodass es in Schweden im Erwachsenenalter möglicherweise nicht mehr erkennbar ist.“

    „Diese Beobachtungen unterstreichen die Notwendigkeit zu untersuchen, warum Frauen später diagnostiziert werden als Männer“, schließen sie.

    Quelle: medicalXpress, BMJ (1, 2

  • Angesichts der Meningitis-Fälle in England erinnert die DGN an die Bedeutung der Impfung

    Die aktuellen Fälle von Meningitis in Südengland (GOV UK,  BBC) führen in Europa zur Beunruhigung. In der Tat ist eine Infektion mit Meningokokken eine große Gefahr. Der Erreger ist hochansteckend und führt zur Entzündung der Hirnhäute und wenig später auch des Gehirns – man spricht dann von einer Meningoenzephalitis. Die Erkrankung verläuft fulminant, wird sie zu spät behandelt, kann es zu schweren Spätfolgen und sogar zum Tode führen. Typische Spätfolgen dieser neurologischen Infektionskrankheit sind die Ausfälle einzelner Hirnnerven. Je nachdem, welcher Hirnnerv betroffen ist, können Sehstörungen, Hörverlust, Lähmungen, aber auch Kognitionsverlust bis hin zu einer Demenz sein.

    „Bei einer Meningitis gilt im Prinzip der gleiche Merksatz wie beim Schlaganfall: ‚Time is Brain‘. Das bedeutet: Je früher behandelt wird, desto größer die Chance, die Erkrankung ohne Spätfolgen zu überstehen“, erklärt Prof. Dr. Peter Berlit, Generalsekretär der DGN.

    Wichtig ist daher, sich bei Verdacht in der Notfallaufnahme vorzustellen. „Anfangs werden die Symptome oft mit denen eines harmlosen grippalen Infekts verwechselt. Aber spätestens, wenn neben Kopfschmerzen auch Bewusstseinsstörungen oder neurologische Symptome wie epileptische Anfälle auftreten, muss an eine Meningitis gedacht werden. Betroffene sollten keine Zeit verlieren und die 112 wählen“, so der Experte. Die notfallmäßige Blut- und Nervenwasseruntersuchung – bei Bewusstseinsstörungen oder Herdsymptomen nach einer Computertomographie – führen rasch zur Diagnose. Bei Personen mit vermuteter bakterieller Meningitis und neurologischen Symptomen wird die Antibiotika-Therapie sogar begonnen, bevor überhaupt die bestätigte Diagnose vorliegt. In der Regel schlägt die Therapie gut und schnell an. Bei Kontaktpersonen erfolgt immer zur Sicherheit eine sofortige Postexpositionsprophylaxe mit Antibiotika, bevor sich erste Symptome einstellen.

    Die Inzidenz der akuten bakteriellen Meningitis war in den letzten 30 Jahren in Europa rückläufig. Eine Arbeit aus den Niederlanden zeigte, dass die Inzidenz von 6,37 pro 100.000 Einwohner (1989 bis 1993) auf 1,58 pro 100.000 Einwohner gesunken ist (2014 bis 2019) [1]. Im Jahr 2021 wurden dem Robert Koch-Institut nur 68 invasive Meningokokkenerkrankungen gemeldet [1]. „Eine Erklärung für den Rückgang ist die Wirksamkeit der eingeführten Hygienemaßnahmen während der Corona-Pandemie“, betont Berlit.

    Grundsätzlich, aber auch angesichts der aktuellen Todesfälle in England, rät die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) zur Impfung gemäß den aktuellen RKI/STIKO-Empfehlungen. „Die Impfung schützt den Geimpften und trägt dazu bei, dass bei das Meningitisrisiko insgesamt deutlich abnimmt. Doch durch die Impfmüdigkeit der Bevölkerung haben Infektionskrankheiten leider wieder Aufwind“, bedauert Prof. Berlit.

    Für alle Kinder empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) standardmäßig Impfungen gegen Meningokokken B im Alter von 2, 4 und 12 Monaten. Spätestens bis zum 5. Geburtstag sollten Nachholimpfungen erfolgen.
    Kinder und Jugendliche sollen im Alter von 12 bis 14 Jahren standardmäßig eine Impfung gegen Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y erhalten (Nachholimpfung bis zum Alter von 24 Jahren).

    [1] Pfister H.-W., Klein M. et al., Ambulant erworbene bakterielle Meningoenzephalitis im Erwachsenenalter, S2kLeitlinie, 2023, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 19.03.2026)
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    Dr. Bettina Albers, Pressestelle der DGN, Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.
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    Quellen: idw-online.de, DGN, AWMF, GOV UKBBC



     

     

     

     

     

  • Vorbereitung auf die Zeitumstellung

    Eine US-amerikanische Schlafmedizinerin und Neurologin hat in einem Interview mit Newswise Tipps gegeben, wie sich Familien bereits im Vorfeld sanft auf die Zeitumstellung vorbereiten können.

    Den Schlafrhythmus schrittweise anpassen

    Dr. Sudha Tallavajhula, Professorin für Neurologie an der McGovern Medical School der UTHealth Houston, empfiehlt, den Schlafrhythmus bereits in der Woche vor der Zeitumstellung schrittweise anzupassen. Idealerweise gehen Kinder und Erwachsene jeden Tag etwa 15 Minuten früher ins Bett und stehen entsprechend früher auf. Selbst wenn diese Anpassung nur zwei bis drei Tage vor der Umstellung erfolgt, kann sie helfen. Besonders wichtig ist morgendliches Tageslicht: Sonnenlicht ist der wichtigste Taktgeber für unseren zirkadianen Rhythmus und unterstützt die innere Uhr dabei, sich schneller an die neue Zeit anzupassen.

    Wie viel Schlaf brauchen Kinder?

    Der Schlafbedarf ist altersabhängig und individuell unterschiedlich:

    • Vorschulkinder: 10–13 Stunden
    • Schulkinder: 9–12 Stunden
    • Jugendliche: 8–10 Stunden

    Ausreichender Schlaf ist entscheidend für Konzentration, emotionale Stabilität und körperliche Entwicklung.

    Tipps für einen erholsamen Schlaf

    Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus ist die wichtigste Grundlage für guten Schlaf – auch am Wochenende. Größere Abweichungen (mehr als 30–45 Minuten) können es Kindern erschweren, abends einzuschlafen.

    Weitere Empfehlungen:

    • Anstrengende körperliche Aktivität und schwere Mahlzeiten etwa drei Stunden vor dem Schlafengehen vermeiden.
    • Für eine ruhige, dunkle und möglichst kühle Schlafumgebung sorgen.
    • Das Bett ausschließlich zum Schlafen nutzen – nicht zum Spielen, Grübeln oder für Bildschirmzeit.

    Fünf Bausteine für eine gute Abendroutine

    (Nach Empfehlungen des Children’s Hospital of Philadelphia)

    1. Regelmäßigkeit
      Die Abendroutine sollte möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit beginnen und in derselben Reihenfolge ablaufen.
    2. Bildschirmzeit reduzieren
      Elektronische Geräte wie Smartphones, Tablets, Computer oder Fernseher sollten mindestens 30 Minuten vor Beginn der Abendroutine ausgeschaltet werden. Das blaue Licht kann die Melatoninproduktion hemmen und das Einschlafen verzögern.
    3. Die Routine kurz und angenehm halten
      Eine Abendroutine sollte 20–30 Minuten dauern (mit Baden maximal 40 Minuten) und entspannend wirken. Aktivitäten sollten dem Kind Freude bereiten. Für manche Kinder wirkt Baden eher anregend als beruhigend.
    4. Klare Struktur
      Alle Schritte der Routine sollten auf das Schlafzimmer hinführen. Zu viel Aktivität oder Ortswechsel können das Kind wieder aufdrehen.
    5. Wach ins Bett legen
      Kinder sollten möglichst wach ins Bett gelegt werden, damit sie lernen, selbstständig einzuschlafen. Stillen oder Füttern sollte – wenn nötig – vor dem eigentlichen Zubettgehen stattfinden.

    Wann sollten Eltern ärztlichen Rat suchen?

    Mit einer konsequenten Routine gewöhnen sich die meisten Kinder innerhalb von ein bis zwei Wochen an die neue Zeit. Halten Schlafprobleme länger an, ist eine Rücksprache mit der Kinder- und Jugendärztin oder dem Kinder- und Jugendarzt sinnvoll.
    Schlafmittel oder Melatonin sollten bei Kindern auf keinen Fall ohne ärztliche Beratung eingesetzt werden.

    Quellen: Newswise, Children’s Hospital of Philadelphia

    Weitere Informationen zu diesem Thema bietet die Elternbroschüre "Mein Kind schläft nicht" (Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin – DGKJ)