Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.

Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte Kinder- und Jugendarztpraxis. Sie finden diese in der Rubrik links "Praxisverzeichnis".

Für Rückfragen zum Ärztenetz e. V. kontaktieren Sie bitte unsere Netzsekretärin unter der Mail-Adresse: reuter.paednetz@noSpam.web.de

Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V.  und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.

Wichtige Hinweise:

Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
Fehlende oder verspätete Impfungen oder Vorsorgen gefährden Ihr Kind!


AKTUELLE iNFORMATIONEN ÜBER Infekte und Infektionskrankheiten -- Vorgehen bei Infektionsverdacht

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  • Welt-HPV-Tag: Aufklärung über krebsauslösende Humane Papillomviren

    Das Humane Papillomavirus (HPV) infiziert Haut- oder Schleimhautzellen und wird meist sexuell übertragen. Fast 80% der Menschen kommen irgendwann in ihrem Leben mit dem Virus in Kontakt – oft unbemerkt. Mindestens 13 der über 200 bekannten HPV-Typen können Gebärmutterhalskrebs sowie andere anogenitale Krebsarten (Krebs im Anal- und Genitalbereich) und Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich verursachen. Diese werden als Hochrisiko-Typen bezeichnet.

    Bei etwa 10% der Infektionen mit Hochrisiko-HPV-Typen bleibt das Virus dauerhaft in den Schleimhautzellen und kann Krebsvorstufen oder Krebs auslösen. Fast alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs und etwa die Hälfte der Krebsarten an anderen sexuell aktiven Schleimhäuten (Scheide, Vulva, Penis, Darmausgang und Mund-Rachen-Raum) sind auf HPV zurückzuführen.

    Sowohl Mädchen als auch Jungen profitieren von der HPV-Impfung

    Die Impfung kann HPV-bedingten Gebärmutterhals-, Vaginal-, Anal- und Peniskrebs sowie Genitalwarzen vorbeugen. Neuere Studien deuten darauf hin, dass sie auch vor oralen HPV-Infektionen und den daraus resultierenden Krebsformen schützt. In den letzten Jahren waren HPV-bedingte Oropharynxkarzinome (Krebs im Mund-Rachen-Raum) eine der am schnellsten zunehmenden Krebsarten – insbesondere bei Männern.

    US-Gesundheitsdaten zeigen, dass die Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs bei Frauen unter 25 Jahren im Zeitraum 2013 bis 2021 um 62% gesunken sind – und das vor allem durch die Einführung der HPV-Impfung (die Impfquote erreichte 2021 in den USA bei jungen Mädchen 78,5%, hat sich aber seitdem kaum verbessert). Auch bei Jungen und jungen Männern reduzierte die Impfung das Risiko für HPV-assoziierte Karzinome um 54% und das Risiko für Kopf-Hals-Tumore um 56% im Vergleich zu Ungeimpften. Schätzungen zufolge sind inzwischen über 70% der Oropharynxkarzinome auf HPV zurückzuführen.

    Etwa jeder fünfte Junge oder Mann ab 15 Jahren in Europa ist mit einem HPV-Hochrisikotyp infiziert.

    Schutz durch Impfung nach wie vor zu wenig genutzt

    Laut RKI sind etwa 55% der 15-jährigen Mädchen und 36% der Jungen vollständig gegen HPV geimpft (Stand: 2025). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Europäische Kommission setzen sich für eine Impfquote von mindestens 90% bei Mädchen ein. Zudem soll die Impfquote bei Jungen bis 2030 in der EU deutlich erhöht werden.

    Der Welt-HPV-Tag soll das Bewusstsein dafür schärfen, dass HPV-bedingte Krebserkrankungen vermeidbar sind. Der erste HPV-Tag fand am 4. März 2018 statt und wird seither jährlich begangen.

    Quellen: IPVS, WHO, JAMA, Uro-News, ASCO Meetings, Reprints.org, RKI (1, 2, 3), Lancet, WHO, Europe's Beating Cancer Plan

     

  • Sechs europäische Länder verlieren den Status „masernfrei“

    Der Verlust des Status steht im Zusammenhang mit steigenden Infektionszahlen in Europa sowie sinkenden Impfquoten. Ein Sprecher des WHO-Regionalbüros für Europa erklärte gegenüber Medical News Today, Ausbrüche von Masern und anderen impfpräventablen Krankheiten stellten – neben Antibiotikaresistenzen und neu auftretenden Gesundheitsbedrohungen – eine Gefahr für die r europäischen Bevölkerung dar. Anhaltende Immunitätslücken hätten 2024 zu einem regionsweiten Wiederanstieg geführt und die Zahl der Länder mit bestätigter Maserneliminierung verringert.

    Wann gilt ein Land als „masernfrei“?

    Die WHO spricht von Maserneliminierung, wenn in einem Land über mindestens zwölf Monate keine endemische Virusübertragung stattfindet und ein leistungsfähiges Überwachungssystem dies belegt. Offiziell bestätigt wird die Eliminierung nach drei aufeinanderfolgenden Jahren ohne kontinuierliche lokale Übertragung.

    Kommt es hingegen über mehr als zwölf Monate hinweg zu einer fortlaufenden Übertragung, verliert ein Land den Eliminierungsstatus. Für eine nachhaltige Eliminierung ist eine Durchimpfungsrate von mindestens 95 % bei der zweiten Dosis des MMR-Impfstoffs (Masern, Mumps, Röteln) erforderlich. In Europa sank die Impfquote zwischen 2019 und 2024 jedoch von 92% auf 91%.

    Derzeit haben 13 Länder in der europäischen WHO-Region keinen bestätigten Eliminierungsstatus. Eine Krankheit gilt als endemisch, wenn sie innerhalb einer Bevölkerung dauerhaft zirkuliert und sich kontinuierlich ausbreitet.

    Quellen: MedicalNewsToday, GAVI


     

     

  • Neue Behandlungsmöglichkeit für kindliche Hirntumore

    Viele Betroffene müssen mit schweren Langzeitfolgen der aggressiven Therapien bei Medulloblastomen leben. Dringend benötigt werden zielgerichtete Therapien, die nur Tumorschwachstellen angreifen und normales Gewebe verschonen. Forschende um Daniel Merk vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung am Universitätsklinikum Tübingen haben eine solche Schwachstelle im Erbgut einer Untergruppe des Medulloblastoms gefunden.

    Hirntumore sind nach den Leukämien die zweithäufigsten Krebserkrankungen im Kindesalter. Das Medulloblastom, eine aggressive Form von Hirntumoren, entsteht im Bereich des Kleinhirns, das unter anderem für die Bewegungskoordination verantwortlich ist. Neueste molekulargenetische Untersuchungen am Erbgut dieser Tumore konnten zeigen, dass es sich hierbei tatsächlich um vier unterschiedliche Krebserkrankungen handelt. Eine Untergruppe der Medulloblastome zeigt eine hohe Aktivität des Sonic Hedgehog (SHH)-Signalwegs. Diese Tumore können bei Erwachsenen durch den Einsatz von SHH-Inhibitoren, also Hemmstoffen, bereits behandelt werden. Da der SHH-Signalweg während der kindlichen Entwicklung in unterschiedlichen Geweben eine wichtige Rolle spielt, können diese Medikamente bei der Behandlung von Kindern aufgrund einer Vielzahl systemischer Nebenwirkungen jedoch nicht zum Einsatz kommen. Neue zielgerichtete Therapien für das SHH-Medulloblastom werden daher dringend benötigt, um vor allem den jüngsten Patienten eine schonendere und effektivere Behandlung zu ermöglichen.

    CRISPR-Genschere identifiziert Schwachstellen im Tumor

    Das Team um Daniel Merk am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen nutzt neuartige molekulargenetische Untersuchungen, um Schwachstellen im Erbgut von Tumoren zu identifizieren, die als Ansatzpunkt für neuartige Therapieverfahren dienen können. Eines der wichtigsten Werkzeuge ist die CRISPR-Genschere, mit deren Hilfe sich alle Gene im Erbgut einer Tumorzelle ausschalten lassen. In geeigneten Modellsystemen können die Forschenden mithilfe von CRISPR schnell eine Aussage darüber treffen, welche Gene für einen Tumor besonders wichtig sind. „Mit Hilfe dieser Technologie können wir direkt verfolgen, was passiert, wenn wir dem Tumor ein Gen nach dem anderen wegnehmen", erklärt Studienleiter Daniel Merk. „Somit können wir direkt priorisieren, welche Gene vermutlich ein lohnenswerter Ansatzpunkt für neuartige Therapien sind."

    Epigenetische Regulatoren als Schlüssel zum Erfolg

    Die Ergebnisse zeigen, dass Tumorzellen aus SHH-Medulloblastomen besonders abhängig sind von sogenannten epigenetischen Regulatoren – das sind molekulare Werkzeuge der Zelle, die die Verpackung des Erbguts kontrollieren und somit einen direkten Einfluss darauf haben, wie sich die Tumorzellen verhalten. Manche dieser Regulatoren, wie etwa das Gen DNMT1, können durch Medikamente in ihrer Funktion eingeschränkt und somit inhibiert werden.

    Die Analyse von Tumormaterial von Patienten mit einem SHH-Medulloblastom zeigt, dass das Gen DNMT1 einen direkten Einfluss auf den Krankheitsverlauf hat: Je aktiver DNMT1 in den Tumoren ist, desto geringer sind die Heilungschancen. Weitere Untersuchungen im Labor liefern dafür eine Erklärung. Obwohl DNMT1 kein direkter Teil des SHH-Signalwegs ist, spielt es in der Signalübertragung dennoch eine wichtige Rolle – schaltet man DNMT1 ab, wird auch der SHH-Signalweg gestört.

    Kombinationstherapie zeigt vielversprechende Ergebnisse

    Zur weiteren Untersuchung haben die Forscher in Tierversuchen mit Mäusen gearbeitet, die genetisch so verändert wurden, dass sie ein SHH-Medulloblastom entwickeln. Tatsächlich hemmen sowohl SHH-Inhibitoren als auch DNMT1-Inhibitoren das Wachstum der Tumore. Das Überraschende: Mäuse, die beide Medikamente erhielten, zeigten den größten Behandlungserfolg. Dieser synergistische Effekt beider Medikamente konnte von den Krebsforschern auch in speziellen Kulturen von humanen SHH-Medulloblastomen nachgewiesen werden.

    DNMT1-Inhibitoren werden bereits in der Klinik zur Behandlung bestimmter Leukämien bei Kindern angewendet und zeigen im Gegensatz zu SHH-Inhibitoren bei jungen Patienten keine gravierenden Nebenwirkungen. Die Krebsforscher hoffen daher, dass ihre Ergebnisse einen neuen Ansatzpunkt zur Behandlung der jüngsten Patienten mit SHH-Medulloblastomen bieten. Auch ältere Patienten, bei denen SHH-Inhibitoren sicher angewendet werden können, könnten in Zukunft von einer möglichen Kombinationstherapie beider Medikamente profitieren.

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    Konstanze Adam, Stiftungskommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Wilhelm Sander-Stiftung 
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    Quellen: idw-online.de, Wilhelm Sander-Stiftung