Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
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Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V. und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.
Wichtige Hinweise:
Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
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Kinder- und Jugendärzt*innen äußern erhebliche Bedenken gegenüber der neuen Stillleitlinie
Dr. Stefan Trapp, Vizepräsident des BVKJ, betont: „Mit der neuen Leitlinie weichen wir jetzt nicht nur von bisher gültigen gut begründeten Empfehlungen in Deutschland ab, sondern begeben uns in einen Widerspruch mit den konsentierten Empfehlungen der meisten europäischen Länder. Eine ausreichende Evidenzbasis für einen so weit gehenden Schritt besteht nach unserer Überzeugung nicht, da gemäß der GRADE-Methodik die Evidenz für ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten nur als sehr niedrig bewertet wurde. Änderungen hätten hochwertigere populationsbezogene Studien aus industrialisierten Ländern bedurft.“
Dr. Anke Steuerer, Vizepräsidentin des BVKJ, ergänzt: „Die starre Empfehlung erst ab dem siebten Lebensmonat Beikost zu füttern, wird der individuellen Entwicklung der Säuglinge nicht gerecht. Manche Kinder sind im fünften Monat bereit für den Beikostbeginn – dieser sollte ihnen dann auch nicht vorenthalten werden. Wir bedauern, dass durch die strikte Regelung unnötiger psychosozialer Druck auf Familien ausgeübt wird und eine erhebliche Verunsicherung in den Familien entsteht. Zusätzlich werden in der neuen Leitlinie die aktuellen Lebenswirklichkeiten der Familien in Deutschland und die Versorgung der Kinder mit Mikronährstoffen wie Vitamin B12 bei nicht ausreichender Beikostgabe nicht angemessen berücksichtigt.“
Dr. Irena Neustädter, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GPA), formuliert klar: „Die neue Empfehlung, in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen, ist kontraproduktiv im Sinne der Allergieprävention und begibt sich in offenkundigen Widerspruch zu den Empfehlungen der AWMF-S3-Leitlinie ‚Allergieprävention‘.“
Der BVKJ verweist daher ausdrücklich auf die Formulierung in dem der Leitlinie angefügten Sondervotum des BVKJ. Darin empfiehlt er eine Formulierung, die dem Wortlaut der S3-Leitlinie ‚Allergieprävention‘ entspricht: „Für den Zeitraum der ersten vier bis sechs Monate soll nach Möglichkeit ausschließlich gestillt werden. Auch mit Einführung von Beikost soll weitergestillt werden.“
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Salzhaltiges Nasenspray kann nächtliche Atemstörung lindern
Nächtliche Atemstörungen bzw. das obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS) ist im Kindesalter häufig und mit erheblichen Begleiterkrankungen verbunden. OSAS ist eine Erkrankung, bei der die oberen Atemwege während des Schlafs teilweise oder vollständig blockiert werden, was zu Atemaussetzern führt. Sie ist eine häufige Ursache für Schlafstörungen, Schnarchen, Verhaltensauffälligkeiten und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen bei Kindern. Bis zu 12% der Kinder sind davon betroffen.
Die Adenotonsillektomie (Entfernung der Rachen- und Gaumenmandeln) verbessert i.d.R. die Beschwerden und in der Folge die Lebensqualität. Da die Operation mit Kosten und auch mit Risiken verbunden ist, sind nicht-operativen Behandlungsmethoden zur Linderung der Symptome von Interesse.
In der in JAMA Pediatrics veröffentlichten Studie „Intranasale Behandlungen bei Kindern mit schlafbezogenen Atmungsstörungen“ ("Intranasal Treatments for Children With Sleep-Disordered Breathing“) führten Forscher*innen überprüften die Wissenschaftler*innen die Wirksamkeit von intranasalen Kortikostteroiden im Vergleich zu Kochsalzlösung bei Kindern mit obstruktiven schlafbezogenen Atmungsstörungen.
An der Studie nahmen 139 Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren teil, die sechs Wochen lang mit Kochsalzlösung behandelt wurden. Bei 41 dieser 139 Kinder (29,5%) verschwanden die Symptome. Dreiundneunzig Kinder, bei denen die Beschwerden weiter bestanden, wurden zufällig in zwei Untergruppen aufgeteilt: 47 Kinder erhielten intranasales Mometasonfuroat (entzündungshemmendes Medikament aus der Gruppe der Kortikosteroide), 46 Kinder setzten die Kochsalzlösungstherapie fort.
Kochsalzlösung vs. Steroide in den Gruppen mit anhaltenden Symptomen
Die Ergebnisse zeigten eine vergleichbare Symptomlinderung nach den folgenden sechs Wochen intranasaler Behandlung. Bei 16 von 45 Kindern (35,6 %) in der Gruppe mit intranasalen Steroiden und bei 16 von 44 Kindern (36,4 %) in der Gruppe mit fortgesetzter Kochsalzlösungstherapie klangen die Symptome ab.
Zwölf Wochen nach Beginn der Behandlungsphase wurde eine anhaltende Symptomremission bei neun von 45 Patienten (20,0%) in der Gruppe mit intranasalen Steroiden und bei 15 von 42 Patienten (35,7%) in der Kochsalzlösungsgruppe berichtet. Dieser Trend sprach zwar für die Kochsalzlösung, war aber aufgrund der geringen Stichprobengröße statistisch nicht signifikant.
Die Hauptautorin der Studie und Kinderpneumologin und Schlafmedizinerin am Monash Children’s Hospital und der Kinderklinik der Monash University, außerordentliche klinische Professorin Gillian Nixon, erklärte, die Ergebnisse würden Ärzt*innen helfen, die große Anzahl von Kindern mit schlafbezogenen Atemproblemen besser zu behandeln und möglicherweise die langen Wartelisten für spezialisierte Therapien zu verkürzen.
„Wir wissen, wie wichtig Schlaf für die Gesundheit und Entwicklung von Kindern ist, und wir wissen jetzt, dass ein einfaches Nasenspray mit Kochsalzlösung der Schlüssel zu einem besseren Schlaf sein könnte“, so Professorin Nixon.
„Kochsalzlösung-Nasensprays sind in der Apotheke erhältlich und können für viele Kinder einen echten Unterschied machen, sodass sie besser schlafen können – ganz ohne Kortisonsprays oder Operationen, die mit einem höheren Risiko für Nebenwirkungen, höheren Kosten und längeren Genesungszeiten verbunden sind.“„Das sind großartige Neuigkeiten für Eltern und Familien. In Absprache mit dem Kinder- und Jugendarzt können Familien evtl. eine 12-wöchige Kochsalzlösungstherapie in Betracht ziehen, um häufige Symptome der obstruktiven Schlafapnoe zu lindern, bevor sie sich an einen Spezialisten wenden und eine Operation in Erwägung ziehen.“
Quellen: medicalXpress, Monash University, JAMA Pediatrics
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Kindliche Aufmerksamkeit durch häufige Mediennutzung beeinträchtigt
Der Gebrauch elektronischer Medien wie Fernseher, Smartphones oder Tablets geht häufig mit schnellen Aufmerksamkeitswechseln einher, da immer wieder neue Reize präsentiert werden. Lesen dagegen erfordert ein längeres Aufrechterhalten der Konzentration. Auf dieser Basis haben Wissenschaftler:innen der Medizinischen Fakultät die Hypothese geprüft, ob der Gebrauch von Bildschirmmedien mit einer geringeren, Lesen hingegen mit einer besseren Langzeitaufmerksamkeit bei Kindern einhergeht.
Zur Messung der Aufmerksamkeitsleistung absolvierten die insgesamt 1.057 Kinder zweier Altersgruppen, von 3 bis 6,5 Jahre und 6,5 bis 11 Jahre, einen computerbasierten Test. Dabei sollten sie nur auf ein bestimmtes Bild reagieren, indem sie eine Taste drücken, bei anderen Bildern hingegen keine Reaktion zeigen. Erfasst wurden in der Testzeit von sieben Minuten sogenannte Auslassungsfehler (Mangel an Langzeitaufmerksamkeit) und Fehlreaktionen (mangelnde Impulskontrolle). Parallel berichteten die Eltern über die tägliche Nutzungsdauer von Bildschirmmedien bei Kindern ab drei Jahren und die Häufigkeit selbständigen Lesens ab sechs Jahren.
Größere Fehlerneigung bei „Medien-Kindern“
Die wichtigsten Erkenntnisse: „Kindern beider Altersgruppen, die häufiger Bildschirmmedien nutzten, unterliefen im Test mehr Fehler als denen mit geringerer Mediennutzung. Besonders bei Vorschüler:innen zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Anschauen von Filmen oder Serien und eingeschränkter Impulskontrolle. Im Grundschulalter war eine ausgedehnte Nutzung von Filmen, Serien oder Videospielen mit geringerer Langzeitaufmerksamkeit verbunden“, erklärt Dr. Tanja Poulain, Leiterin der aktuellen Studie und Wissenschaftlerin an der Medizinischen Fakultät bei Life Child.
Im Gegensatz dazu wiesen Grundschulkinder, die regelmäßig selbständig lasen, weniger Fehler im computerbasierten Test auf. Das deutet darauf hin, dass Lesen mit einer besseren Aufmerksamkeitsleistung einhergeht. Darüber hinaus zeigte sich, dass Mädchen insgesamt weniger Fehler machten als Jungen.
Mediengebrauch beeinträchtigt Konzentrationsfähigkeit
Die Resultate stützen frühere Befunde, wonach häufiger Mediengebrauch mit geringerer Aufmerksamkeit assoziiert ist. Anders als vergleichbare Studien, die auf Eigen- oder Elternangaben basierten, beruhen die Leipziger Daten auf standardisierten kognitiven Tests. Zudem konnte gezeigt werden, dass nicht nur die Lesfähigkeit, diese wurde in früheren Studien oft im Zusammenhang mit der Aufmerksamkeit untersucht, sondern auch die Lesehäufigkeit in einem positiven Zusammenhang mit der Konzentration steht. Die Wissenschaftler:innen der aktuellen Studie betonen, dass die Ergebnisse zwar keine Kausalität belegen, aber die Bedeutung einer moderaten Nutzung digitaler Medien und der Förderung des Lesens unterstreichen.
Die Life Child-Studie, die seit 14 Jahren an der Medizinischen Fakultät läuft, umfasst Daten von mehr als 6000 Kindern aus Leipzig und Umgebung. Sie ermöglicht detaillierte Untersuchungen zum Einfluss von Umwelt- und Lebensstilfaktoren auf die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
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Anne Grimm, Medizinische Fakultät, Stabsstelle Universitätskommunikation / Medienredaktion, Universität Leipzig
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Quellen: idw-online.de, Universität Leipzig, BMC Pediatrics