Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte Kinder- und Jugendarztpraxis. Sie finden diese in der Rubrik links "Praxisverzeichnis".
Für Rückfragen zum Ärztenetz e. V. kontaktieren Sie bitte unsere Netzsekretärin unter der Mail-Adresse: reuter.paednetz@web.de
Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V. und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.
Wichtige Hinweise:
Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
Fehlende oder verspätete Impfungen oder Vorsorgen gefährden Ihr Kind!
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Intensive Nutzung sozialer Medien und Experimentieren mit Cannabis
Die im „Journal of Substance Use and Addiction Treatment“ veröffentlichte Studie bringt eine intensive Nutzung sozialer Medien mit erhöhter Impulsivität und Risikobereitschaft in Verbindung – Verhaltensweisen, die stark mit dem Experimentieren mit Substanzen zusammenhängen.
Der leitende Forscher und UniSQ-Doktorandin Getachew Asmare Adella zufolge verdeutlichten die Ergebnisse, wie Online-Verhaltensmuster die Entscheidungsfindung im realen Leben während der Jugend beeinflussen könnten.
„Am meisten hat uns überrascht, dass Angstzustände und emotionaler Stress diesen Zusammenhang nicht erklären konnten“, so Adella.Impulsivität oder unüberlegtes Handeln
„Stattdessen schienen Verhaltensweisen wie Impulsivität oder unüberlegtes Handeln eine weitaus größere Rolle zu spielen; fast ein Viertel des Zusammenhangs lässt sich wahrscheinlich auf diese Verhaltensweisen zurückführen.
„Diese Verhaltensweisen stehen in engem Zusammenhang mit dem Ausprobieren von Substanzen.“ Soziale Medien können diese Tendenzen verstärken, indem sie Jugendliche dem Einfluss Gleichaltriger, Trends oder Online-Inhalten aussetzen, die riskantes Verhalten als normal darstellen oder erscheinen lassen – was wiederum zum Experimentieren anregen könnte.Die Wissenschaftler*innen fassen zusammen: Je häufiger Jugendliche soziale Medien nutzten, desto wahrscheinlicher berichteten sie davon, Cannabis ausprobiert zu haben. Seit wenigen Monaten gilt in Australien ein Verbot für soziale Medien für unter 16-Jährige.
Professorin Rasheda Khanam, Gesundheitsökonomin an der UniSQ und leitende Autorin der Studie, erklärte, die Ergebnisse lieferten fundierte Erkenntnisse darüber, wie digitale Medien das Verhalten von Jugendlichen prägen können.
„Durch den Einsatz fortschrittlicher Analysemethoden konnten wir die Auswirkungen der Social-Media-Nutzung besser von anderen Hintergrundfaktoren isolieren“, ergänzte Professorin Khanam.
„Diese Ergebnisse sind wichtig, um politische Maßnahmen und Interventionen zu gestalten, die die Gesundheit junger Menschen fördern.“Die Studie analysierte Daten von 1.766 Jugendlichen, die an der „Longitudinal Study of Australian Children“ teilnahmen; dabei wurde ihr Social-Media- und Cannabiskonsum über den Übergang vom Jugend- ins frühe Erwachsenenalter hinweg verfolgt.
Um die Analyse zu untermauern, nutzten die Forschenden zudem Indikatoren wie den Besitz eines Smartphones mit Internetzugang zu Hause, um den Einfluss der Social-Media-Nutzung besser von anderen Hintergrundfaktoren abzugrenzen.
Jugendliche verbringen mehr Zeit in sozialen Medien als je zuvor, während der Cannabiskonsum im Jugendalter aufgrund seiner Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung und die langfristige Gesundheit weiterhin Anlass zu gesundheitspolitischen Bedenken gibt.Nutzungsintensität spielt entscheidende Rolle
„Die meisten jungen Menschen nutzen soziale Medien, doch unsere Studie zeigt, dass es vor allem auf die Nutzungsintensität ankommt“, sagte Adella. Die Forschenden betonten, dass es nicht das Ziel der Studie sei, Eltern oder Jugendliche zu beunruhigen, sondern besser zu verstehen, wie sich Online-Verhalten auf reale Lebensumstände auswirken kann. So sollen Eltern, Pädagog*innen und politische Entscheidungsträger*innen dabei unterstützt werden, gesündere digitale Umgebungen für junge Menschen zu schaffen.
Strategien zur Risikominderung
Ddie Studie zeigt auch verschiedene Strategien auf, die dazu beitragen können, Risiken bei Jugendlichen zu verringern – etwa die Förderung von "Offline-Aktivitäten" und gesunder Selbstregulation, die Stärkung der digitalen Kompetenz sowie die Unterstützung einer offenen Kommunikation zwischen Eltern und Jugendlichen.
Die Autor*innen geben zu bedenken, dass die Angaben zum Cannabiskonsum auf Selbstauskünften beruhten und dass u.a. nicht zwischen spezifischen Social-Media-Plattformen unterschieden wurde.
Quellen: medicalXpress,University of Southern Queensland, Journal of Substance Use and Addiction Treatment
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ADHS besser verstehen: Forscher entwickelt neues Erklärmodell EHDH
Ein Neurobiologe der Freie Universität Berlin stellt in der renommierten Fachzeitschrift Neuroscience & Biobehavioral Reviews das Modell der „Energy Deficit Hyperactivity Disorder“ vor. Der Ansatz interpretiert ADHS als Folge einer instabilen neuronalen Energieverfügbarkeit. Der EDHD-Ansatz möchte zugleich einen Beitrag zur Entstigmatisierung von Betroffenen leisten.
Perspektivwechsel: Von Aufmerksamkeitsdefiziten zu Energieregulation
Das EDHD-Modell rückt die schwankende Energieversorgung des Gehirns in den Mittelpunkt. Demnach verfügen Menschen mit ADHS nicht grundsätzlich über weniger Aufmerksamkeit, sondern über eine instabile und schnell erschöpfbare mentale Energie. Diese Dynamik könnte erklären, warum Betroffene in manchen Situationen hochkonzentriert arbeiten, während ihnen in anderen Momenten selbst einfache Aufgaben schwerfallen. „Das Modell bietet eine neue Perspektive auf ein seit Jahrzehnten erforschtes Störungsbild“, verdeutlicht Mohammad Dawood Rahimi vom Arbeitsbereich Cognitive Neuroscience der Freien Universität Berlin. Phänomene wie Hyperfokus oder starke Leistungsschwankungen ließen sich so besser verstehen.
Warum Leistung schwankt
Ein häufig beschriebenes Merkmal von ADHS ist die starke Schwankung der Leistungsfähigkeit: Viele Betroffene können sich über Stunden intensiv auf hochinteressante Tätigkeiten konzentrieren, haben jedoch erhebliche Schwierigkeiten mit monotonen und oder langandauernden Aufgaben. Das EDHD-Modell deutet dies als energieabhängige Regulation: Stimulierende Aufgaben stabilisieren kurzfristig die Energienutzung im Gehirn. Reizarme Tätigkeiten führen dagegen eher zu einem Abfall verfügbarer Ressourcen. Die Leistungsfähigkeit wird damit als kontextabhängig verstanden.
In seiner Studie argumentiert der Forscher, dass neurobiologische Prozesse wie der Glukosestoffwechsel und die Funktion der Mitochondrien eine zentrale Rolle spielen könnten. Bestimmte Hirnregionen – etwa solche, die für Planung, Aufmerksamkeit und Selbstregulation zuständig sind – könnten demnach zeitweise nicht ausreichend mit Energie versorgt werden. Zugleich betont Dawood Rahimi: „Der EDHD-Ansatz versteht sich ausdrücklich als hypothesengenerierender theoretischer Ansatz – nicht als neue Diagnosekategorie oder klinisches Instrument. Ziel ist es, Befunde aus Neurowissenschaften, Bioenergetik, Kognitionsforschung und Computermodellierung in einem systemischen Erklärungsrahmen zusammenzuführen.“
Erholung und Struktur als Schlüsselfaktoren
Im EDHD-Modell hängt stabile Aufmerksamkeit vor allem von ausreichender Erholung ab. Schlaf, Pausen und biologische Rhythmen bestimmen, wie viel kognitive Energie verfügbar ist. Fehlt diese Regeneration, können selbst einfache Aufgaben überfordern – ein möglicher Grund für typische Leistungsschwankungen.
Auch Verhaltensweisen wie Unruhe oder Ablenkbarkeit erscheinen in diesem Licht anders: Sie könnten kurzfristige Strategien sein, um das Energieniveau zu stabilisieren. Bewegung oder neue Reize helfen dem Gehirn, leistungsfähig zu bleiben. Damit rückt ADHS weg von der Deutung als Disziplinproblem hin zu einer Frage des Ressourcenmanagements. Für die Praxis ergeben sich neue Ansatzpunkte – etwa ein stärkerer Fokus auf Schlaf, Ernährung und Stoffwechsel neben der medikamentösen Behandlung.
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Christine Xuan Müller, Stabsstelle Kommunikation und Marketing, Freie Universität Berlin
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Quellen: idw-online.de, Freie Universität Berlin, Neuroscience & Biobehavioral Reviews -
Frühe Hilfen für Kinder von depressiven Eltern - Betriebskrankenkassen erweitern ihr Vorsorgeprogramm
Diese Erkenntnisse sind Anlass der Betriebskrankenkassen (BKK) zum 1. Juli 2026 ihr Leistungsangebot der frühkindlichen Vorsorgeuntersuchungen anzupassen, um postpartale Depressionen frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Die neue Zusatzleistung erweitert den Rahmenvertrag „Starke Kids by BKK“ des BKK Landesverbandes Bayern mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ), der seit 2007 besteht.
Dr. Ralf Langejürgen, Vorstand BKK Landesverband Bayern: „Die Studie UPlusE hat uns eindrücklich gezeigt, dass in der Regelversorgung Depressionen oft zu spät erkannt werden, aber frühzeitige Hilfen essenziell für die Gesundheit der Familien sind. Dass wir uns als BKK in dieser Form engagieren, hat wesentlich mit der Innovationskraft und der beispielhaften Versorgungsorientierung der BKK-Gemeinschaft zu tun.“
Dr. Michael Hubmann, Präsident des BVKJ: „Viele Eltern sprechen seelische Belastungen nach der Geburt nicht von selbst an. Das Screening über die PraxisApp ‚Meine pädiatrische Praxis‘ hilft, dass wir die Familien auch bei psychischen Belastungen umfassend und unmittelbar in der Kinder- und Jugendarztpraxis begleiten können. Wesentlich in der Zusammenarbeit mit den Betriebskrankenkassen war und ist der innovative und flexible Ansatz der BKK mit dem es uns gelingt, Innovationen in den Praxisalltag zu bringen.“
Die Erweiterung des Rahmenvertrages Starke Kids by BKK um UPlusE ergänzt die Vorsorgeuntersuchungen U3 oder U4 des Kindes, um auch die psychische Gesundheit der Eltern in den Blick zu nehmen. Dazu beantwortet ein Elternteil über die PraxisApp ‚Meine pädiatrische Praxis‘ einige Fragen zum eigenen psychischen Wohlbefinden und zu möglichen Belastungen im Alltag. Mittels eines digital-standardisierten Fragebogens können Eltern mit einem Risiko für eine postpartale Depression erkannt werden. Die Ergebnisse des Screenings werden anschließend in der kinder- und jugendmedizinischen Praxis besprochen. Gibt es Hinweise auf eine stärkere Belastung oder eine mögliche postpartale Depression, werden die Betroffenen an passende Beratungs- und Behandlungsangebote vermittelt, wie psychologische oder psychiatrische Fachkräfte, peripartalpsychiatrische Ambulanzen, Frühe Hilfen oder Erziehungsberatungsstellen.
Hintergrund:
UPlusE - U-Untersuchung für Kinder PLUS Eltern beim Pädiater zur Förderung der kindlichen Entwicklung mit Impuls aus frauenärztlicher Schwangerenvorsorge ist eine Studie, die federführend von Dr. Susanne Simen, Oberärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Nürnberg zusammen mit dem BKK Landesverband Bayern, dem BVKJ als Konsortialpartner und zahlreichen weiteren Institutionen initiiert wurde. Die Studie wird über den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss mit einer Laufzeit von 42 Monaten gefördert und endet im Dezember 2026.
Peripartale Depressionen sind häufig. Etwa 10-15 Prozent der Mütter, aber auch 5-10 Prozent der Väter sind betroffen, aber weniger als 10 Prozent der Betroffenen werden frühzeitig erkannt. Dabei ist die psychische Gesundheit von Eltern in der Peripartalzeit elementar wichtig für eine gesunde Entwicklung der Kinder. Werden sie nicht erkannt sind schwerwiegende psychische und physische Folgeerkrankungen deutlich wahrscheinlicher.
UPlusE wurde im aktuellen Masterplan Prävention des Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention als relevantes Beispiel für präventive Maßnahmen im Bereich psychischer Gesundheit aufgenommen. Damit wird die Bedeutung frühzeitiger Unterstützung und evidenzbasierter Versorgungskonzepte für belastete Familien auf Landesebene hervorgehoben.
Zuletzt haben am 24. Juni 2026 auch die Regierungsfraktionen im Bayerischen Landtag einen Antrag gestellt, UPlusE nach Auslaufen der Innovationsfondsförderung in den Regelleistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung zu nehmen.Der BKK Landesverband Bayern vertritt als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Interessen der Betriebskrankenkassen und ihrer Versicherten in Bayern. Aktuell zählt der BKK Landesverband Bayern 14 Betriebskrankenkassen als Mitglieder mit rund 3,3 Millionen Versicherten (Kassensitz). In Bayern selbst leben rund 2,7 Millionen Menschen, die bei einer Betriebskrankenkasse (BKK) versichert sind. Damit verfügen die Betriebskrankenkassen im Freistaat über einen GKV-Marktanteil von 23 Prozent.
Weiterführende Links:
www.bkk-familyplus.de
www.bvkj.de
www.upluse.deKontakt:
BKK Landesverband Bayern
Pressesprecherin
Manuela Osterloh / Telefon: 089/74579-421
E-Mail: presse@bkk-lv-bayern.de / Internet: www.bkk-bayern.de_____________________________
BVKJ-Pressemeldung
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