Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an die von Ihnen gewählte Kinder- und Jugendarztpraxis. Sie finden diese in der Rubrik links "Praxisverzeichnis".
Für Rückfragen zum Ärztenetz e. V. kontaktieren Sie bitte unsere Netzsekretärin unter der Mail-Adresse: reuter.paednetz@web.de
Auf den nächsten Seiten erhalten Sie praktische medizinische Tipps, Adressen für den Notfall, das Verzeichnis der Mitgliedspraxen des Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V. und Informationen über wichtige Termine, Aktivitäten und Informationsquellen.
Wichtige Hinweise:
Durch u.g. Maßnahmen sind Sie und Ihr Kind vor Ansteckung in den Praxen geschützt!
Nehmen Sie unbedingt zeitgerechte Termine für Vorsorgen und Schutzimpfungen wahr!
Fehlende oder verspätete Impfungen oder Vorsorgen gefährden Ihr Kind!
AKTUELLE iNFORMATIONEN ÜBER Infekte und Infektionskrankheiten -- Vorgehen bei Infektionsverdacht
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Finger weg vom Spiritus! Grillunfälle sind zu 100% vermeidbar
Das Problem bei Spiritus ist nicht nur die Flüssigkeit selbst, sondern die Gaswolke, die sich beim Ausgießen schlagartig bildet. Diese Dämpfe sind schwerer als Luft und breiten sich unsichtbar über dem Grill und in der Umgebung aus. Sobald eine Zündquelle wie ein Streichholz oder Restglut die Gaswolke erreicht, kommt es zu einer explosionsartigen Verpuffung. Diese meterhohen Stichflammen treffen oft Umstehende – vor allem Kinder, deren Gesichtshöhe sich genau auf der Höhe der Feuerwalze befindet.
Feuerwehr und Ärztinnen/Ärzte mahnen eindringlich
„Man kann es nicht deutlich genug sagen: Spiritus am Grill ist ein gefährliches Spiel mit der Gesundheit der Umstehenden“, mahnt Dirk Aschenbrenner, Direktor der Feuerwehr Dortmund und Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb). „Mein Rat als Brandschützer: Nehmen Sie geeignete Zündmittel und sich ausreichend Zeit für sicheres Grillen – denn ein schöner Abend darf nicht mit einem lebenslangen Trauma enden.“
Auch die Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV) unterstützt den Appell von Paulinchen e.V.: „Auf flüssige Brandbeschleuniger sollte verzichtet werden“, erklärt Professor Paul Christian Fuchs, Präsident der DGV und Direktor der Klinik für Plastische Chirurgie am Krankenhaus Köln-Merheim. „Der Griff zum falschen Anzünder führt oft zu monatelangen, teils jahrelangen Behandlungen und lebenslangen Narben – das erleben wir immer noch zu oft im klinischen Alltag, und den Schaden hat oft nicht der Anwender, sondern der gegenüberstehende Mensch.“
Tipps für ein sicheres Grillvergnügen
Damit der Grillabend sicher bleibt, müssen flüssige Brandbeschleuniger konsequent vom Grillplatz verbannt werden. Paulinchen e.V. empfiehlt:
- Finger weg von Spiritus: Nutzen Sie ausschließlich geprüfte Grillanzünder, z. B. Anzündwürfel oder Grillkamine.
- Gute Standfestigkeit: Der Grill muss kippsicher und windgeschützt auf ebenem Untergrund stehen.
- Sicherheitsabstand für Kinder: Richten Sie eine „Schutzzone“ von mindestens 2 bis 3 Metern um den Grill ein.
- Löschmittel bereitstellen: Ein Eimer Sand, eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher sollten immer griffbereit sein. Wichtig: Brennendes Fett niemals mit Wasser löschen!
- Geduld beim Abkühlen: Die Glut braucht oft bis zu 48 Stunden, um vollständig zu erlöschen. Vergraben Sie heiße Kohle niemals im Sand – der Strand wird so zur unsichtbaren Falle für Kinderfüße.
- Zudem ist das Grillen in geschlossenen Räumen lebensgefährlich und kann zu Kohlenmonoxid-Vergiftungen führen.
Appell: Prävention statt Therapie
„Wir kämpfen dafür, dass flüssige Brandbeschleuniger idealerweise gar nicht mehr als Grillanzünder verkauft werden dürfen“, sagt Susanne Falk, Vorsitzende von Paulinchen e.V., der Initiative für brandverletzte Kinder (www.paulinchen.de). „Jeder Grillunfall durch Spiritus ist ein Unfall zu viel, weil er durch die Wahl des richtigen Anzünders zu 100 % hätte verhindert werden können.“
Der Verein begleitet brandverletzte Kinder und ihre Familien auf dem langen Weg der Genesung. Doch das Ziel bleibt: dass dieser Weg gar nicht erst angetreten werden muss.
Mehr Informationen und Veranstaltungshinweise unter: www.paulinchen.de
Quelle: Pressemeldung Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V.
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Drei europäische Länder erreichen 90%-ige Durchimpfungsrate bei der HPV-Impfung
Einem neuen ECDC-Bericht zufolge empfehlen mittlerweile alle Länder der EU und des EWR („EEA“ = European Economic Area = Europäischer Wirtschaftsraum [EWR])) die HPV-Impfung für heranwachsende Mädchen und Jungen als festen Bestandteil ihrer Impfprogramme. Dies ist bedeutsam für Europas Bemühungen um die Krebsprävention.
Fünfzehn Jahre nach der Einführung von HPV-Impfprogrammen in Europa zeigen, dass die HPV-Impfung bei der Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs hochwirksam ist. Studien aus Schweden, Dänemark und dem Vereinigten Königreich belegen zudem, dass eine frühzeitige Verabreichung des Impfstoffs besonders effektiv ist. Eine schwedische Studie legte nahe, dass die Impfung von Mädchen vor ihrem 17. Geburtstag die Inzidenz von Gebärmutterhalskrebs um 88% senkte. In einer zusätzlichen sechsjährigen Nachbeobachtungsphase beobachtete die schwedische Studie eine anhaltende Verringerung des Gebärmutterhalskrebsrisikos sowie einen Rückgang der Inzidenz von invasivem Gebärmutterhalskrebs auf Bevölkerungsebene nach der HPV-Impfung.
Impfungen erfordern Jahr für Jahr kontinuierliche Anstrengungen, um den Schutz über Generationen hinweg aufrechtzuerhalten und zu verhindern, dass eine zunehmende Zahl von Menschen – einschließlich jener Bevölkerungsgruppen, die durch das Gesundheitswesen bislang nur unzureichend versorgt werden – ungeimpft bleibt.
Quellen: EurekAlert! ECDC (1, 2), Council of the European Union, RKI
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Weitere Informationen zur HPV-Impfung: „Entschieden gegen Krebs“
Hier gibt es auch eine Unterrubrik für Eltern, die häufige Fragen der Eltern und auch des Impflings beantwortet.
Der BVKJ ist Kooperationspartner der Initiative "Entschieden gegen Krebs". -
Jedes zehnte Grundschulkind ist oft einsam
Schon in der Grundschule gehört Einsamkeit für viele Kinder zum Alltag. Mehr als jedes dritte Kind fühlt sich manchmal einsam, rund jedes zehnte sogar oft oder immer. Das zeigen aktuelle Zwischenergebnisse der Studie „Inspire Youth“ mit Beteiligung von Prof. Dr. Susanne Bücker, Professorin für Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie an der Universität Witten/Herdecke (UW/H). Befragt wurden 428 Kinder der zweiten bis vierten Klasse an Schulen in Bochum, Herne und Gelsenkirchen.
Ein Gefühl ohne Worte
Viele Kinder erleben Einsamkeit, können sie aber nicht benennen. Rund ein Drittel kann den Begriff nicht erklären – besonders häufig Kinder, die nicht mit Deutsch als Muttersprache aufwachsen. Das hat Folgen: Wer kein Wort für ein Gefühl hat, kann schwer darüber sprechen und sucht seltener Hilfe. „Einsamkeit entsteht, wenn die eigenen Beziehungen nicht so sind, wie man sie sich wünscht – zum Beispiel, weil man zu wenige Freundinnen hat oder die Beziehungen zu oberflächlich sind.“, sagt Prof. Dr. Susanne Bücker. „Kinder müssen dieses Gefühl erst einordnen lernen, sonst bleibt es oft unbemerkt.“
Hinzu kommt: Viele Kinder setzen Einsamkeit mit Alleinsein gleich. Sie beschreiben also eine Situation, nicht das dahinterliegende Gefühl. Das erschwert es Erwachsenen, Einsamkeit überhaupt zu erkennen.
Kinder erleben Einsamkeit vor allem dort, wo sie mit anderen zusammen sind, die Schule ist dafür ein zentraler Ort. Hier entstehen Beziehungen – oder eben nicht. „Für Kinder ist Einsamkeit ein sehr konkretes, soziales Erlebnis“, sagt Bücker. „Wenn niemand mit ihnen spielt oder sie ausgeschlossen werden, wird sie spürbar, aber oft eben nicht greifbar.“
Zwischen Selbsthilfe und Rückzug
Die meisten Kinder versuchen selbst, etwas zu ändern: Sie suchen Kontakt zu anderen Kindern, sprechen mit Erwachsenen oder knüpfen neue Beziehungen. Solche Strategien sind die häufigste Reaktion. Doch dieses Muster gilt nicht für alle. Je stärker Kinder von Einsamkeit betroffen sind, desto häufiger greifen sie auf andere Strategien zurück. Sie ziehen sich zurück, andere reagieren auffällig oder aggressiv, lenken sich ab oder versuchen, ihre Gefühle allein zu regulieren. In einzelnen Fällen berichten Kinder sogar davon, sich „herunterzufahren“, um nichts mehr zu spüren. Das weist auf ein zentrales Problem hin: Nicht alle Kinder verfügen über die gleichen sozialen und emotionalen Ressourcen. Während einige aktiv Anschluss finden, fehlt anderen genau diese Möglichkeit.
Prävention heißt: Beziehungen ermöglichen
Hier setzt das Projekt „Inspire Youth“ an. Es geht nicht nur darum, Einsamkeit zu messen, sondern sie früh zu erkennen und Kinder im Umgang damit zu stärken. Dafür soll auf allen Ebenen Einsamkeitsprävention verankert werden – im Unterricht, im Ganztag und in den Strukturen der Schule. Kinder sollen lernen, Gefühle zu bemerken und zu benennen, Schulen sollen Zugehörigkeit aktiv fördern und Erwachsene sollen ansprechbar sein, wenn Kinder Hilfe suchen. Doch die Studie zeigt auch, wie schwierig das in den Schulalltag zu integrieren ist: Große Gruppen, wenig Zeit und fehlende Räume erschweren den Blick auf das einzelne Kind. Gerade leise Kinder werden leicht übersehen. Aber: Geschultes Personal kann Einsamkeit erkennen und durch gezielte Maßnahmen wirksam reduzieren. Das eröffnet konkrete Ansatzpunkte, um Kinder früh zu stärken und ihnen verlässliche soziale Beziehungen zu ermöglichen.
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Svenja Malessa, Kommunikation und Marketing, Universität Witten/Herdecke
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Quellen: idw-online.de, Universität Witten/Herdecke