Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir begrüßen Sie herzlich im Praxisnetz der Kinder- und- Jugendärzt*innen Münster e.V., dem Verbund niedergelassener Kinder- und Jugendärzt*innen Münsters und Umgebung.
Mit unserem Kinder- und Jugendärzt*innen-Netz bieten wir Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre die bestmögliche ambulante Gesundheitsversorgung mit einheitlich hohen Qualitätsstandards. Die enge Kooperation untereinander und mit stationären und ambulanten Spezialeinrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin ermöglicht es, die netzinternen Fachkompetenzen und die ambulanten Untersuchungs- und Therapieverfahren sinnvoll zu nutzen und die Zahl und Dauer der Klinikaufenthalte gering zu halten. Machen Sie sich ein Bild von unserem Leistungsspektrum.
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Auch in Deutschland Anstieg von Darmkrebs bei jungen Erwachsenen – aber deutlich unter US-Niveau
Als „früh auftretende“ Darmkrebserkrankungen (Early-Onset Colorectal Cancer, EOCRC) gelten Erkrankungen vor dem 50. Lebensjahr. Doch Berichte über steigende Darmkrebs-Fallzahlen bei jüngeren Menschen insbesondere aus den USA motivierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der deutschen Landeskrebsregister, die Erkrankungssituation in Deutschland unter die Lupe zu nehmen.
Ausgeprägter Anstieg bei den Jüngsten
Für die aktuelle Analyse werteten die Experten mehr als 28.000 Darmkrebsfälle bei Menschen im Alter von 20 bis 49 Jahren aus. Dabei fanden sie, dass die Darmkrebsinzidenz bei 20- bis 29-Jährigen sowie bei 30- bis 39-Jährigen zunahm. Besonders ausgeprägt war der Anstieg in der jüngsten Altersgruppe. Bei den 40- bis 49-Jährigen blieb die Erkrankungshäufigkeit dagegen insgesamt weitgehend stabil.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Anstieg von Darmkrebs bei jungen Erwachsenen in Deutschland real ist, aber zumindest bislang deutlich moderater ausfällt als in den USA“, sagt Volker Arndt vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Epidemiologischen Krebsregister Baden-Württemberg, einer der beiden Seniorautoren der Arbeit.
Deutschland deutlich unter US-Niveau
Ein wichtiger Teil der Studie war der Vergleich mit den Vereinigten Staaten, wo die Zunahme von Darmkrebs bei jüngeren Erwachsenen bereits seit Jahren intensiv diskutiert wird. Die Forschenden zeigen, dass die Erkrankungsraten in Deutschland sowohl zu Beginn des Untersuchungszeitraums als auch aktuell deutlich niedriger liegen als in den USA. Zudem verlief der Anstieg hierzulande wesentlich langsamer.
Warum steigen die Zahlen?
Die Ursachen sind bislang nicht vollständig geklärt. Als mögliche Einflussfaktoren werden Veränderungen des Lebensstils diskutiert, darunter Übergewicht, Bewegungsmangel und Ernährungsgewohnheiten. Auch Veränderungen der Darmflora könnten eine Rolle spielen.
Die Ergebnisse deuten zugleich darauf hin, dass ein Teil des beobachteten Anstiegs auf eine frühere und verbesserte Diagnostik zurückzuführen sein könnte. Besonders häufig nahmen Tumoren mit vergleichsweise günstiger Prognose zu, die oft in einem frühen Stadium entdeckt werden.
Kein Anlass für eine generelle Absenkung des Screening-Alters
Trotz der beobachteten Entwicklung sehen die Autorinnen und Autoren derzeit keinen ausreichenden Grund, die Altersgrenze für das Darmkrebs-Screening in der Allgemeinbevölkerung unter 50 Jahre abzusenken. „Darmkrebs vor dem 50. Lebensjahr bleibt in Deutschland insgesamt selten“, betont Jacqueline Müller-Nordhorn vom Landesinstitut Bayerisches Krebsregister des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. „Von jährlich rund 56.000 neuen Darmkrebsfällen entfallen lediglich etwa fünf Prozent auf Menschen unter 50 Jahren. Dennoch sollte darauf hingewiesen werden, dass bei Symptomen natürlich auch jüngere zeitnah individuell ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Vorrangig ist es, bekannte Risikogruppen – etwa Menschen mit familiärer Vorbelastung – konsequent zu identifizieren und ihnen die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen anzubieten.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler empfehlen, die Entwicklung der Erkrankungszahlen weiterhin genau zu beobachten. Künftige Studien sollen insbesondere klären, welche Rolle frühe Lebensstilfaktoren, Übergewicht, der Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln, Antibiotikaeinsatz und/oder Veränderungen der Darmflora für die Entstehung von Darmkrebs in jungen Jahren spielen.
______Dr. Sibylle Kohlstädt - Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsches Krebsforschungszentrum
______Quellen: idw-online.de, Deutsches Krebsforschungszentrum, International Journal of Cancer
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Schulessen: Pasta und Burger kommen meist gut an – auch mit Hülsenfrüchten oder Gemüse
Die italienischen Wissenschaftler*innen erforschten u.a., ob Rezepte für Schulmahlzeiten, die auf drei zentralen Nachhaltigkeits- und Ernährungsprinzipien basieren (vegetarische Zusammensetzung, Verwendung unverarbeiteter Zutaten und reduzierter Salzgehalt), bei Kindern Zustimmung finden. Zudem beobachteten die Forschenden die Essgewohnheiten, die Neophobie gegenüber Lebensmitteln (Angst vor neuen Speisen) und das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung.
Sie wollten sehen, wie der Akzeptanz der Rezepte bzw. der Mahlzeiten bei Kindern die Verschwendung von Lebensmitteln beeinflussen. Es nahmen Kinder (n = 2324, 54% Mädchen im Alter von 9 bis 15 Jahren) aus 16 Regionen in 12 europäischen Ländern (Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Italien, Österreich, Schweden, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik und Ungarn) nahmen an einem speziellen Sensoriktest (Beurteilung des Essens mit menschlichen Sinnen wie Schmecken, Riechen, Sehen) sowie einer Befragung teil.
Die Ergebnisse zeigten deutliche Unterschiede in der Rezeptakzeptanz zwischen den verschiedenen Regionen; dabei schnitten Nudelgerichte und Burger auf Hülsenfruchtbasis hinsichtlich der Beliebtheit besser ab und führten zu weniger Abfall als Suppen. Des Weiteren zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen „sensorischer Beliebtheit“, positiven emotionalen Reaktionen und einer Verringerung der Lebensmittelverschwendung. Auch Lebensmittelneophobie wirkte sich negativ auf die Akzeptanz der Rezepte aus und korrelierte positiv mit dem Verhalten hinsichtlich der Lebensmittelverschwendung.
Unter den Rezepten waren Gemüsecouscous mit Räuchertofu, Burger mit Krautsalat und Kartoffeln, Linsenlasagne, Tomaten-Linsen-Suppe sowie Ragout mit Reis und Gemüse am wenigsten beliebt. Im Gegensatz dazu erzielten Karotten-Burger, Fladenbrot mit Shiitake-Pilzen, Erbsen und Sprossen, Reis mit Gemüse und Romesco-Soße, Kartoffeln mit Quark und Leinöl, Bohnen-Burger sowie Pasta mit Linsen, Pilzen und Curry die höchsten Bewertungen.
Trotz der beobachteten regionalen Unterschiede gab es bei der Lebensmittelneophobie relativ geringe Abweichungen, was darauf hindeutet, dass diese Eigenschaft bei Kindern im Alter von 9 bis 15 Jahren in Europa ähnlich ausgeprägt ist. Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse dieser Studie, dass kulturelle und geschmackliche Vorlieben bei Kindern für Schulmahlzeiten berücksichtigt werden sollten, um d gesündere Ernährungsgewohnheiten zu fördern und gleichzeitig die Menge von Lebensmittelabfällen zu verringern.
Quelle: Food Quality and Preference
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Auswirkungen von Kurzvideos auf Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung und Wohlbefinden
Im Gegensatz zu klassischen digitalen Medien zeichnen sich Kurzvideo-Plattformen durch schnell wechselnde Inhalte, hochgradig personalisierte Empfehlungen und eine gezielte Maximierung der Nutzungsdauer aus. Genau hier setzt die Studie an: Sie untersucht, ob und wie dieses spezifische Design – und nicht nur der Inhalt – neurokognitive und emotionale Effekte bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beeinflussen kann.
„Unser Ziel war es, auf Grundlage wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse, ein differenziertes Verständnis über die Auswirkungen von Kurzvideo-Plattformen zu entwickeln und damit die Grundlage zu schaffen, um über pauschale Aussagen wie ‚weniger Bildschirmzeit‘ hinauszugehen“, erklärt Marlene Ebster, Absolventin des Masterstudiengangs Gesundheitsökonomie am Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften (IMG) der Universität Bayreuth und Erstautorin des Artikels „Taming the endless scroll“, der nun im Fachmagazin European Child & Adolescent Psychiatry erschienen ist. „Wir wollten verstehen, welche Rolle Plattformdesign, Nutzungsroutinen und algorithmische Mechanismen spielen.“
Die Analyse folgt den etablierten PRISMA- und Cochrane-Leitlinien und umfasst wissenschaftliche Studien aus den Jahren 2015 bis 2025. Insgesamt wurden rund 1.500 Datensätze gesichtet, von denen 42 Studien mit rund 47.000 Teilnehmenden in die finale Auswertung einflossen. Das Durchschnittsalter lag bei 16,8 Jahren. Der Großteil der Studien bestand aus Querschnittsuntersuchungen, ergänzt durch Längsschnitt- sowie einzelne EEG- und MRT-Studien. Die Qualität der Evidenz wurde nach dem GRADE-System bewertet. Das GRADE-System (Grading of Recommendations, Assessment, Development and Evaluation) ist ein international anerkanntes Verfahren, um die Qualität wissenschaftlicher Studien und die Stärke von Empfehlungen in Leitlinien systematisch zu bewerten. Es wird vor allem in der evidenzbasierten Medizin eingesetzt.
Die Ergebnisse zeigen: Eine intensive und unstrukturierte Nutzung von Kurzvideo-Plattformen steht im Zusammenhang mit einer Reihe negativer Effekte. Hierbei wird, heuristisch auf Grundlage der vorliegenden Studien, eine tägliche Nutzungsdauer von vier oder mehr Stunden als „intensive Nutzung“ definiert. Der Begriff „unstrukturierte Nutzung“ bezieht sich auf das Scrollen von Kurzvideos ohne feste Routine. Davon abzugrenzen ist die strukturierte Nutzung, etwa während des Pendelns oder als gemeinsame Aktivität in sozialen Settings. Unstrukturiert wird die Nutzung vor allem dann, wenn sie spontan erfolgt und Schlafenszeiten oder Lernphasen nach hinten verschiebt.
Die negativen Effekte sind konkret die Zunahme von Unaufmerksamkeit und Impulsivität in einem leichten bis moderaten Rahmen. Außerdem lassen sich statistische Zusammenhänge mit geringerer Arbeitsgedächtniskapazität und eingeschränkter Selbstregulation beobachten. Ebenso treten höhere Werte für Angst, Depression und Stress auf. Darüber hinaus deuten bildgebende Studien auf mögliche neurobiologische Zusammenhänge hin, etwa Veränderungen in der grauen Substanz sowie in der neuronalen Signalsynchronisation.
Neben Risiken identifiziert die Arbeit auch mögliche Schutzmechanismen. Ein unterstützendes soziales Umfeld, klare digitale Routinen sowie ausgeprägte Medienkompetenz können helfen, negative Effekte zu reduzieren. „Besonders wichtig ist es, junge Menschen nicht allein zu lassen, sondern sie zu befähigen, bewusst mit digitalen Angeboten umzugehen“, sagt Ebster.
Die Ergebnisse richten sich an ein breites Publikum: Eltern, Schulen, Universitäten, Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten, aber auch App-Designer und politische Entscheidungsträger. Sie unterstreichen die Notwendigkeit, differenzierter über digitale Mediennutzung zu sprechen und insbesondere die Rolle des Plattformdesigns stärker in den Blick zu nehmen. Für den Alltag bedeutet das: Statt ausschließlich die Nutzungsdauer zu betrachten, sollten Strukturen und (digitale) Kompetenzen geschaffen werden, die eine bewusste Nutzung von Kurzvideo-Plattformen fördern, etwa durch feste digitale Routinen, ein besseres Verständnis von Algorithmen und gezielte Unterstützung junger Menschen.
Die Autorinnen und Autoren betonen zugleich, dass weiterer Forschungsbedarf besteht – insbesondere in Form von Längsschnitt- und experimentellen Studien. Zugleich sehen sie Handlungsbedarf auf regulatorischer Ebene. „Bereits heute ist es notwendig, Rahmenbedingungen für Kurzvideo-Plattformen zu entwickeln, die insbesondere vulnerable Gruppen schützen“, heißt es in der Studie.
Die Arbeit ist eine der ersten, die gezielt die gesundheitlichen Auswirkungen des Designs von Kurzvideo-Plattformen untersucht und sich dabei insbesondere auf Menschen unter 25 Jahren konzentriert. Sie eröffnet damit wesentliche und notwendige Perspektiven für Forschung & Entwicklung, Prävention und Gesundheitsförderung sowie gesellschaftliche Debatten.
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Jennifer Opel – Pressestelle, Universität Bayreuth
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Quellen: idw-online.de, Universität Bayreuth, European Child & Adolescent Psychiatry